Air Berlin: Piloten der Pleite-Fluglinie streiken illegal

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Krankmeldungen unter den Piloten führen zu zahlreichen Ausfällen bei Air Berlin. Die Flugkapitäne wollen ihre Position beim Verkauf der insolventen Gesellschaft stärken. Das birgt große Gefahren.

Chaos-Tage bei Air Berlin. Nachdem sich schon am Dienstag etwa 200 Piloten krankgemeldet haben, fallen auch am Mittwoch wieder zahlreiche Flüge der Pleite-Airline aus. Laut Vorstandschef Thomas Winkelmann „liegen gegenwärtig 149 Krankmeldungen von Kapitänen und First Officers vor". Das ist nicht nur für Fluggäste ärgerlich, die mit voll gepackten Koffern am Abfluggate stehen und womöglich ihren lang ersehnten Urlaub verpassen.

Auch die 8000 Mitarbeiter könnten unter der Aktion, von der sich die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit distanzierte, leiden. Die Finanzen der insolventen Firma werden nicht nur durch Schadenersatzansprüche der Kunden in Millionenhöhe weiter belastet. Die Piloten riskieren mit ihrem Verhalten, dass Air Berlin seine Fluglizenz verliert. Der oberste Insolvenzverwalter Frank Kebekus spricht schon von einem abrupten Ende der Sanierungspläne des Unternehmens. In diesem Fall wäre Air Berlin von heute auf morgen dicht.

Die Süddeutsche Zeitung sieht in dem Verhalten der Piloten einen Fall von „Selbstjustiz", in dem eine kleine Minderheit ihre Interessen über die von 7800 Angestellten und deren Familien stellt. Den Piloten geht es darum, zu welchen Konditionen sie bei einem Verkauf der Airline übernommen werden. „Das ist ein purer Akt der Verzweiflung. Uns tun die Passagiere leid, aber wir kämpfen um unsere Existenz", rechtfertigt sich ein Pilot gegenüber Bild.