Schweres Zugunglück in NRW: Lokführer verhindert Katastrophe

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Am Dienstagabend prallt nahe Düsseldorf ein Regionalexpress auf einen stehenden Güterzug. Erste Ermittlungen haben ergeben, dass der Personenzug auf dem falschen Gleisabschnitt fuhr.

Nach letzten Meldungen der Bundespolizei wurden bei dem Zusammenprall neun Menschen schwer und 41 leicht verletzt. Ein Passagier soll kurzzeitig in Lebensgefahr geschwebt haben. Dabei musste die Polizei die Zahl der Verletzten am Morgen nach dem Unglück nach oben korrigieren, weil die Rettungskräfte am Abend über Sunden nicht in den stark verkeilten Zug hereingekommen waren. In dem Regionalexpress sollen sich 155 Passagiere befunden haben, etwa 400 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Reisende berichten von seltsamer Durchsage im Zug

Wie es zu dem Unglück kam, ist noch ungeklärt. Fest steht, dass der Regionalexpress auf dem Weg von Dillingen nach Rotterdam gegen 19:30 Uhr auf einen stehenden Güterzug aufgefahren ist. Anwohner berichten von einem lauten Knall. Dabei verkeilten sich die vorderen Wagen des Personenzuges, die hinteren sprangen aus dem Gleis. In einem Bericht des WDR sagen Reisende, dass der Regionalexpress vor dem Unfall kurz gestoppt haben und dann wieder angefahren sein soll. Eine Durchsage soll dies mit einem anderen Zug auf den Gleisen begründet haben.

Zur Aufklärung der Unglücksursache hat die Polizei zusammen mit dem Eisenbahnbundesamt die Ermittlungen aufgenommen. Mit genaueren Angaben halten sich die Behörden noch zurück. Klar ist jedoch: Wie ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen in Bonn mitteilte, hätte der Regionalzug die Gleise nicht befahren dürfen. Der Güterzug habe hingegen ordnungsgemäß vor einem Signal gestanden, um auf seine Erlaubnis für die Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath zu warten.

Zwei mögliche Unglücksursachen werden untersucht

Die Ermittlungen sollen sich jetzt darauf konzentrieren, warum der Regionalexpress dennoch in diesen Gleisabschnitt eingefahren ist. Dabei kommen zwei Möglichkeiten in Frage: Entweder hat der Zugführer Signale übersehen oder sie waren falsch geschaltet. Fest steht zum jetzigen Zeitpunkt nur, dass der Lokführer mit einer schnell eingeleiteten Vollbremsung eine noch viel größere Katastrophe abgewendet hat.