Baden-Württemberg: Eigenes Kind zum Missbrauch freigegeben

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Eine Frau aus der Nähe von Freiburg soll ihren neunjährigen Sohn an Pädophile verkauft haben. Sie war Teil eines Pädophilen-Netzwerks. Jetzt hat die Polizei erste Details über die Täter bekannt gegeben.

Dieser Fall hat selbst hartgesottene Ermittler an ihre Grenzen gebracht. Eine 47-jährige Frau aus dem Raum Freiburg und ihr zehn Jahre jüngerer Lebensgefährte verkauften den Sohn der Frau an Pädophile aus ganz Europa. Das mehrfach missbrauchte Kind ist gerade neun Jahre alt. Die Taten sollen sich zwischen 2015 und Herbst 2017 ereignet haben.

Anonymer Hinweis brachte die Polizei auf die Spur

Für das Landeskriminalamt Baden-Württemberg handelt es sich um den schwerwiegendsten Fall von sexuellem Missbrauch an Kindern, mit dem es die Behörde jemals zu tun hatte. Der Neunjährige soll sich derzeit in staatlicher Obhut befinden. Er sei sowohl von der eigenen Mutter und deren Lebensgefährten als auch von anderen Tätern an verschiedenen Orten in und um Freiburg sexuell missbraucht worden.

Neben dem neunjährigen Jungen stieß die Polizei bei ihren Ermittlungen im Pädophilen-Milieu auf weitere Opfer. Darunter soll sich auch ein Mädchen befinden, das von seinem Vater sexuell missbraucht wurde. Der gesamte Fall soll im vergangenen September durch einen anonymen Hinweis ins Rollen gebracht worden sein.

Wie ein Sprecher der Polizei weiter mitteilte, werden sich die komplexen Ermittlungen noch über einen langen Zeitraum hinziehen. Auf die Frage, wie die Täter miteinander in Verbindung standen, wollte sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

Was über die Täter bisher bekannt ist

Die Recherchen des Landeskriminalamtes haben bereits zu acht Festnahmen geführt. Außer der 47-jährigen Mutter sollen alle Täter männlich und zwischen 32 und 49 Jahre alt sein. Unter den mutmaßlichen Vergewaltigern befinde sich auch ein 49 Jahre alter Soldat. Er wurde in der Kaserne der deutsch-französischen Brigade im französischen Elsass verhaftet.

Die erste Festnahme fand bereits am 3. Oktober in Karlsruhe statt. Dort wollte offenbar ein 43-jähriger Mann aus Schleswig-Holstein einen Jungen missbrauchen. In seinem Rucksack fand die Polizei Fesselutensilien. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der Mann zuvor über Phantasien des Missbrauchs und der Tötung von Kindern gesprochen haben.

Die Täter stammen nach Angaben der Polizei aus Deutschland, Spanien und der Schweiz und wurden in Deutschland, Österreich und Spanien festgenommen. Einige seien bereits wegen einschlägiger Vergehen vorbestraft. Weitere Informationen bekommen Sie im Video.