Brief mit verdächtigem Pulver: Anschlag auf Trumps Familie?

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Die Schwiegertochter des US-Präsidenten öffnete eine Sendung, die an ihren Mann Donald Trump Jr. adressiert war. Der Vorfall weckt in den USA traumatische Erinnerungen.

Der Brief wurde am Montagmorgen an die Adresse der Schwiegermutter von Donald Trump Jr., Bonnie Haydon, zugestellt. Wie die New Yorker Polizei vermeldete, war er an den ältesten Sohn des US-Präsidenten adressiert. Bonnie Haydon reichte die Briefsendung an ihre Tochter Vanessa weiter, die sie kurz darauf öffnete. Als die verdächtige Substanz aus dem Couvert rieselte, informierte Vanessa Trump sofort die Polizei.

Wie die Polizei weiterhin mitteilte, soll das Pulver bei einer der beiden Frauen Husten und Übelkeit ausgelöst haben. Sie wurden deshalb vorsichtshalber zusammen mit einer weiteren Person, die sich in der Wohnung aufgehalten hatte, in ein Krankenhaus gebracht und untersucht. Dort wurden jedoch keine weiteren Symptome festgestellt. Zusätzlich hatte eine erste Untersuchung ergeben, dass es sich bei dem Pulver lediglich um Maisstärke handeln soll.

Erinnerungen an den September 2001

Nach Eingang des Notrufs hatten Beamte einer Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung der New Yorker Polizei die Ermittlungen übernommen. Sie sollen routinemäßig in allen Fällen zum Einsatz kommen, bei denen eine mögliche Gefahr von weißem Pulver ausgeht.

Hintergrund: Im September 2001 wurden im Raum New York mehrere Briefe mit hochgiftigen Milzbrandsporen verschickt. Empfänger waren Politiker und Behörden. Fünf Menschen starben damals an den Spätfolgen der Biowaffe, bei der es sich um eine weiterentwickelte Form des Anthrax-Erregers handelte.

Es war nicht der erste Vorfall

Auch wenn sich diesmal der Inhalt als ungefährlich herausgestellt hat, fürchtet die Polizei dennoch, dass Nachahmungstäter auf den Zug aufspringen könnten. Dabei war es nicht die erste verdächtige Sendung, die an Mitglieder der Präsidentenfamilie verschickt wurde.

Bereits 2016 wurden drei Briefe mit verdächtigem Pulver zugestellt. Zwei gingen an die damalige Wahlkampfzentrale im Trump Tower. Ein weiterer war an Eric Trump adressiert, der zusammen mit Donald Jr. die Geschäfte der in den USA umstrittenen Milliardärsfamilie leitet. Die Briefe erwiesen sich auch damals als harmlose Drohungen.