Neue Investitionen auf Eis! Unsichere Zukunft des Opel-Werks

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PSA-Chef Carlos Tavares verhärtet die Fronten im Streit um den Opel-Standort in Eisenach noch mehr: Er legt geplante Investitionen für das Werk auf Eis und damit auch die Stimmung zwischen Management, Arbeitnehmern und Gewerkschaften. Die deutsche Politik zeigt sich zutiefst besorgt. Peter Altmaier ruft ein Spitzentreffen in Berlin ein. Doch dieser Einladung folgen nicht alle.

Die jüngsten Entwicklungen rund um die Zukunft des Opel-Werks Eisenach in Thüringen geben wenig Anlass zur Freude für Belegschaft und Gewerkschaften. In einer ohnehin schon angespannten Situation zwischen Management und Arbeitnehmern stoppt PSA-Chef Carlos Tavares geplante Investitionen in das Werk. Diese sollten in die Produktion eines Geländewagens mit Elektroantrieb fließen.

Opel steckt derzeit in einer harten Sanierungs-Phase, von der insbesondere die Arbeitnehmer betroffen sind. PSA ist der französische Mutterkonzern von Opel und kaufte diesen im Sommer 2017 auf. Das Ziel ist, Opel bis 2020 wieder profitabel zu machen.

Durch Tavares' eiserne Hand beim Thema Effizienz wird die gestoppte Investition erst erfolgen, wenn die IG Metall und der Betriebsrat Zugeständnisse an das Management machen, durch die sich die Situation der Arbeitnehmer verschlechtern würden.

Um die angespannte Lage zwischen Management und Arbeitnehmern zu entschärfen, schaltete sich auch die Bundesregierung ein: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lud zu einem Spitzentreffen im Berliner Wirtschaftsministerium ein. Am Montagnachmittag sollte zwischen den beiden Lagern vermittelt werden.

Anwesend waren Arbeitsminister Hubertus Heil (CDU), Malu Dreyer (SPD), Volker Bouffier (CDU), Wolfgang Tiefensee (SPD), IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sowie Vertreter des Opel-Betriebsrats. Zu kurzfristig war der Termin allerdings für einen: PSA-Chef Carlos Tavares. Er ließ sich entschuldigen und nahm nicht teil.

Die Zukunft des Opel-Werks Eisenach ist somit noch ungewiss - und damit auch die zahlreicher Beschäftigter. Gewerkschaften und Betriebsräte fühlen sich durch das Vorgehen des Mutterkonzerns erpresst und die Politik ist zunehmend besorgt um die Arbeitsplätze in Ostdeutschland. Im Video gibt es mehr zu den Hintergründen.