So unterstützt Sport Ihr Immunsystem

„Sport ist Mord" oder „Bewegung stärkt die Abwehrkräfte" – an welcher Aussage ist mehr dran? Dass körperliche Ertüchtigung eine gesundheitsfördernde Wirkung haben kann, ist bekannt. Doch unter welchen Umständen ist Sport schädlich für uns?

Sport unterstützt unser Herz-Kreislauf-System, hilft bei der Krebsvorsorge und hat einen positiven Effekt auf den Knochenstoffwechsel, unsere Verdauung, die Psyche und natürlich auf das Immunsystem. Letzteres steht aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie besonders im Fokus. Doch wie hängen Sport und Immunsystem eigentlich zusammen und ab wann schadet Sport unseren Abwehrkräften?

Sport in Maßen

Training, dass die Ausdauer fördert, unterstützt das Immunsystem. Zwei- bis dreimal die Woche sollten Sie sich im aeroben Bereich bewegen. Hier bieten sich langsame Joggingrunden, aber auch schnelle Spaziergänge an. Krafttraining hat ebenfalls einen positiven Effekt. Was Trainingsbegeisterte allerdings beachten sollten: Nach intensiveren Sporteinheiten ist eine Regenerationszeit von 48 Stunden einzuhalten. Denn in dieser Phase ist der Körper besonders anfällig für Infektionen durch Viren und Bakterien. Der Grund ist eine geringere Anzahl weißer Blutkörperchen nach physischer Belastung. Die weißen Blutkörperchen sind die Hauptakteure unseres Immunsystems.

Überbelastung am Puls erkennen

Zu wenige Erholungsphasen zwischen Trainingseinheiten strapazieren unser Immunsystem. Ob man den Körper übermäßig belastet, merkt man in der Regel am Puls. Ist der Ruhepuls direkt morgens nach dem Aufwachen um fünf bis zehn Schläge erhöht, kann das ein Anzeichen für einen künftigen Infekt sein. In diesem Fall sollten Sie auf Sport verzichten. Auch Stress wirkt sich negativ auf unser Immunsystem aus, weshalb Sie nach einem stressigen Arbeitstag auf ein hartes Training verzichten sollten.

Weniger ist für das Immunsystem oft mehr

Wenn Sie jeden zweiten Tag langsam joggen gehen, erhöhen sie die Anzahl Ihrer natürlichen Killerzellen um satte 50 Prozent. So haben Bakterien und Viren eine viel schlechtere Chance, Ihren Organismus zu schwächen. Auch die Psyche – gerade wenn Sie sich im aeroben Bereich in einer schönen Umgebung bewegen – profitiert von körperlicher Aktivität. Denn dabei schüttet der Körper zehn bis fünfzehnmal mehr Endorphine aus, als wenn Sie auf der Couch liegen würden. Dadurch sinken auch das Cortisol-Level und der Blutdruck, was ebenfalls das Immunsystem stärkt.

Das sollten Sie bei Kälte beachten

Wenn sie in der kalten Jahreszeit draußen sporteln, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Körper keine Hitze staut, kein Nässegefühl entsteht und Sie keiner Zugluft ausgesetzt sind. Am besten zeihen Sie direkt Ihre durchgeschwitzten Sportklamotten nach der Bewegungseinheit aus und stellen sich unter die warme Dusche – damit Ihnen ja nicht kalt wird, was das Immunsystem schwächen würde.