Bayerischer Landrat bittet Markus Söder um Hilfe

Die Alpenregionen im Süden Bayerns sind derzeit beliebte Ziele für Tagesausflüge. Eine Tatsache, die einigen Politikern vor Ort während der Pandemie ganz und gar nicht gefällt.

Trotz Lockdown nimmt die Zahl der Tagestouristen im Süden Bayerns derzeit stetig zu. Grund dafür ist das gute Wetter, welches z.B. zum Wandern oder Rodeln einlädt. Olaf von Löwis (CSU), der Landrat des Landkreises Miesbach, soll sich laut Medienberichten per SMS mit der Bitte an Ministerpräsident Markus Söder gewandt haben, dem Zulauf der Touristen durch strengere Lockdown-Regeln entgegenzuwirken.

Entsetzen über Andrang

In der Nachricht spricht der Landrat vom Risiko einer Überlastung der Notaufnahme im Krankenhaus des Kreises durch Unfälle der ungebetenen Gäste. Die Klinik sei mit ihren Corona-Patienten bereits genug beschäftigt. Empfehlungen der Regierung müssten mit "Regeln bei der Ausgangsbeschränkung untermauert werden." Die örtliche Polizei sei "am Limit".

BR 24 gegenüber sagte der Landrat, er sei "entsetzt von den Autokolonnen und den überfüllten Parkplätzen". In der Pandemie müsse man sich mit einem Spaziergang im eigenen Wohnviertel begnügen, anstatt zu Landausflügen aufzubrechen.

Die SMS im Wortlaut

In Gänze schrieb Landrat von Löwis Söder nach Medienberichten diese Nachricht:

Lieber Markus,
ich nerve dich nur sehr ungern per SMS. Aber bei uns ufert der Tagestourismus aus. Es brennt wirklich (Spitzingsee, Schliersee u. a.).
Was kann man tun, um die Ausflugswilligen zu sensibilisieren und zu informieren?
Unser Krankenhaus befürchtet zurecht, dass die Notaufnahme durch die vermutlich vermehrt auftretenden Verletzungen überlastet wird. Auch unser Krankenhaus hat mit den Coronapatienten, die zunehmen, mehr als genug zu tun.
Der Appell „bleibt zu Hause" muss durch Regeln bei der Ausgangsbeschränkung untermauert werden. Die Polizei ist am Limit.
Danke und herzliche Grüße
Dein Olaf

Mehr Infos zeigt das Video.