Ägypten: Archäologen machen einen spektakulären Fund

In der Nähe der ägyptischen Stadt Luxor, mitten im berühmten Tal der Könige, gelang einem Archäologen-Team ein sensationeller Fund: Die Wissenschaftler haben eine antike Stadt nahezu komplett freigelegt und könnten damit einer uralte Frage auf den Grund gehen.

CAIRO, Jan. 17, 2021 -- Top archeologist and Egyptologist Zahi Hawass is seen at the archeological site in Saqqara necropolis, Egypt, Jan. 17, 2021. TO GO WITH
Zahi Hawass, Leiter des Forschungsteams im Tal der Könige; Symbolbild (Xinhua/Ahmed Gomaa via Getty Images)

Die Stadt Luxor ist vor allem für ihre geografische Nähe zur Archäologie-Hochburg, dem Tal der Könige bekannt. In diesem Tal, direkt am Fluss Nil, wurden immer wieder erstaunliche Entdeckungen gemacht, die Auskunft über das gewaltige Erbe des antiken Ägypten geben. Jetzt gelang Forschern ein weiterer, unvorhergesehener Durchbruch: Unweit der Kultstätte und dem Totentempel des ägyptischen Pharao Ramses III. begann das Team rund um den Archäologen Zahi Hawass im vergangenen September mit umfangreichen Ausgrabungsarbeiten. Ursprünglich waren die Forscher auf der Suche nach dem Tempel des weltberühmten Pharao Tutanchamun, machten stattdessen allerdings eine ganz andere sensationelle Entdeckung.

„Einige Mauern sind bis zu drei Meter hoch“

In der Nähe vom Ufer des Nil tauchten mit einem Mal Ziegel aus dem Boden auf. Daraus wurden im Laufe der fortschreitenden Ausgrabungen Mauern, Räume, Häuser und mit einem Mal hatten die Forscher eine ganze Stadt freigelegt. „Die Straßen des Ortes sind von Häusern flankiert, einige ihrer Mauern sind bis zu drei Meter hoch“, erklärt Zahi Hawass begeistert. Die Stadt soll rund 3000 Jahre im Boden versteckt gewesen sein, bis sie nun von den Wissenschaftlern entdeckt wurde, und sich auf dem Gebiet der altägyptischen Stadt Theben befinden. Der Bereich der Ausgrabungen erstreckt sich von der Arbeitersiedlung Deir el-Medina, in welcher seit jeher die Experten und Forscher für das Tal der Könige untergebracht werden, bis zum Tempel von Ramses III. Damit ist die Stadt die größte antike Siedlung, die jemals in Ägypten entdeckt wurde. Außerdem sollen zahlreiche Gegenstände und Utensilien hervorragend erhalten sein.

Das erhoffen sich die Forscher nun

Noch ist nicht viel über die Ausgrabung bekannt, allerdings konnten die Forscher die Stadt auf die Zeit von Amenophis III. datieren, der in der 18. Dynastie herrschte und der Vater des berühmten Pharao Echnaton war. Die Forscher hoffen insbesondere auf neue Erkenntnisse über die ärmeren Bevölkerungsschichten, über die bislang wenig geforscht wurde und kaum etwas bekannt ist. Das liegt zum einen an den Fördergelder, die eher für die Ausgrabungen prunkvoller Paläste und Pyramiden gegeben werden, über welche mittlerweile sehr viel erforscht ist, und zum anderen an der schlechten Datenlage, da viele ärmere Siedlungen und Bauten schon frühzeitig zerstört, überbaut oder vom Nil überflutet wurden. Der Fund könnte also eine echte Neuentdeckung sein und uralte und ungeklärte Fragen über das 'gemeine Volk' im alten Ägypten beantworten.