Attila Hildmann wurde von Anonymous gehackt

Die Hacker vom Anonymous Kollektiv haben Attila Hildmanns Telegram-Kanäle und Websites geknackt. Nach eigenen Angaben sollen sie auch Zugang zu seinen internen E-Mails erhalten haben. Lesen Sie im Folgenden, was dahinter steckt.

BERLIN, GERMANY - MAY 30: German vegan cookbook author and activist Attila Hildmann speaks as demonstrators attend a protest rally against coronavirus restrictions next to the German federal Chancellery, in front of the Reichstag, seat of the German federal parliament, during the novel coronavirus crisis on May 30, 2020 in Berlin, Germany. Similar demonstrations have been held across the country for weeks, drawing people from a wide political spectrum who feel government-imposed restrictions to stem the spread of the virus are undemocratic and too invasive, even as many of the preventative measures are lifted. (Photo by Adam Berry/Getty Images)
(Adam Berry/Getty Images)

Bei der Übernahme der Telegram-Kanäle und Websites ist es Anonymous gelungen, eigene Botschaften zu verbreiten. Statt beworbenen Kochbüchern erscheint nun auf www.attilahildmann.de das Logo der Hacker-Gruppe sowie ein einschüchterndes Video, in dem ein Mitglied von Anonymous Attila Hildmann droht.

Telegram war sein Sprachrohr

Auf Telegram wurde in den beiden größten Hildmann-Kanälen ein Beitrag geteilt, der vermuten lässt, dass dieser seine politischen Engagements einstellen wird. "Manchmal muss auch ein Samurai sein Schwert an den Nagel hängen und sich eingestehen, dass der Feind übermächtig ist", lautet es in Bezug auf Anonymous. Im vergangenen Jahr nutzte Hildmann seine Telegram-Kanäle, um rechtsextremistische Inhalte sowie Verschwörungstheorien zu teilen. Er hatte über 100.000 Abonnenten. Derzeit sind es noch um die 70.000. Wie groß der Anteil an Anhängern tatsächlich ist, ist unbekannt. Schließlich tummeln sich auch einige Schaulustige in den Kanälen.

"Operation Tinfoil" - zu deutsch: "Operation Alufolie"

Die deutschsprachige Hacker-Gruppe Anonymous Kollektiv hat schon früher mit Angriffen auf Rechtsextreme und die Verbreiter von Verschwörungstheorien auf sich aufmerksam gemacht. Ihre jetzige Kampagne heißt "Operation Tinfoil", was auf "Aluhut-Träger" anspielt. Der Informant, der die Zugangsdaten an die Hackergruppe spielte, war ein ehemaliger IT-Sicherheits-Dienstleister Hildmanns.

Die erbeuteten Inhalte leitet das Hacker-Kollektiv nun an Behörden und Presse weiter. Aber schon jetzt sind pikante Einzelheiten bekannt. So sollen E-Mails von Geschäftspartnern aufgetaucht sein, die die weitere Zusammenarbeit aufgrund der Radikalisierung Hildmanns einstellen wollten. Außerdem habe es Chats gegeben, wo Menschen in öffentlichen Ämtern Hildmann ihre Mitarbeit anbieten würden. Besonders brisant sind die Kontakte, welche die Hacker gefunden haben: Über zwei Dutzend Sexarbeiterinnen aus dem Bereich "Escorts, Dominas, Latex" seien in seiner Kontaktliste gewesen. Ebenso wissen die Hacker nun das Basisrezept von Hildmanns Energydrink "Daisho".