Aussage von Wolfgang Joop sorgt für Entsetzen

Zu seinem 77. Geburtstag ließ sich Designer Wolfgang Joop interviewen und sorgte mit einigen seiner Aussagen für Entsetzen. Er löste damit eine Welle der Entrüstung aus.

BERLIN, GERMANY - JUNE 18: Wolfgang Joop arrives for the Green Awards during day 3 of the Greentech Festival on June 18, 2021 in Berlin, Germany. The Greentech Festival is the first festival to celebrate green technology and to accelerate the shift to more sustainability. The festival takes place from June 16 to 18.  (Photo by Sebastian Reuter/Getty Images for Greentech Festival)
Designer Wolfgang Joop (Photo by Sebastian Reuter/Getty Images for Greentech Festival)

Abgesehen von spitzen Bemerkungen über Angela Merkels und Robert Habecks Modegeschmack sprach Wolfgang Joop seinem Interview hautsächlich über die Zeiten, als die Mode nichts weiter war als "ein böser Spaß". Was dann als Erklärung folgte, sorgte bei vielen Leser jedoch für blankes Entsetzen.

So schwärmte er von den "guten alten Zeiten"

Joop schwelgte in Erinnerungen an eine Zeit, als man Journalisten und Presse noch mit Nerzmänteln bestechen konnte und alles "käuflich" war. Den Wandel hin zur Modebranche, wie sie heute ist, begrüße er nicht sonderlich. "Die Agenturen gaben die Schlüssel zu den Zimmern der Models, die nicht so viel Geld brachten, an reiche Männer. Und wenn sich ein Mädchen beschwerte, hieß es: Wir können auch auf dich verzichten", erklärte der 77-Jährige. Wer sich also nicht ausbeuten ließ, verlor einfach seinen Job.

"Hat Joop gerade von Zwangsprostitution geschwärmt?"

Immerhin gab er zu, dass das ziemlich fürchterlich gewesen sei, doch wirklich schön sei die Modewelt eben nur, "wenn es auch die Sünde gibt". Den vergangenen Zeiten weine er häufig nach, "weil diese Welt so wunderbar frivol und frigide war." Diese Aussagen machten viele Leser schier fassungslos. "Wolfgang Joop findet Vergewaltigungen und sexuellen Missbrauch zwar fürchterlich, aber auch irgendwie schön", kommentierte etwa eine Twitter-Nutzer. "Hat Joop gerade von Zwangsprostitution geschwärmt?", fragte ein anderer. Ein weiterer Leser sieht in dem Interview ein unheimliches und augenöffnendes Dokument. "Es zeigt, wie selbstverständlich privilegierte weiße Männer die Welt und alles in ihr als ihr Eigen betrachteten. Und es zeigt, warum diese Typen heute nicht mehr mitkommen."