"Blue Monday": Warum der 17. Januar der wohl traurigste Tag des Jahres ist

Ja, es gibt tatsächlich einen Tag im Jahr, an dem wir uns angeblich besonders traurig fühlen. Der sogenannte “Blue Monday“ im Januar basiert auf einer speziellen Formel. Was steckt dahinter?

Im Winter fühlen sich viele Menschen antriebslos. (Symbolbild: Getty Images)
Im Winter fühlen sich viele Menschen antriebslos. (Symbolbild: Getty Images)

Erfunden wurde der “Blue Monday“ von dem britischen Psychologen Cliff Arnall im Jahr 2004. Das Wort “Blue“ bezeichnet im Englischen nicht nur die Farbe Blau, sondern kann auch mit traurig übersetzt werden. Arnall entwickelte eine spezielle Formel, mit der er den dritten Montag im Januar als den Tag erkannt haben mag, an dem unsere Stimmung auf dem absoluten Tiefpunkt liegt. Im noch neuen Jahr 2022 ist der “Blue Monday“ demnach am 17. Januar. Aber wie lässt sich Traurigkeit messen? In literweise Tränenflüssigkeit? In Arnalls Formel spielen nicht Zahlen eine Rolle, sondern verschiedene Faktoren, die am Jahresanfang zusammenkommen und auf die Stimmung drücken.

Wetter, Finanzen und misslungene Vorsätze

Da ist zum einen das meistens schlechte Wetter. Dann finanzielle Sorgen: Schulden von Weihnachtsgeschenken, offene Rechnungen und das Januargehalt ist vielleicht auch noch nicht da. Auch die guten Vorsätze, die wir möglicherweise bereits frustriert über Bord geworfen haben, fließen in Arnalls Formel mit hinein. Summa summarum ist am “Blue Monday“ die Motivation am Boden.

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Was ist dran am “Blue Monday“?

Im Winter ist die Stimmung allgemein bei vielen Menschen bedrückt. Die allgemein geläufige Winterdepression kommt daher, dass wir mehr Zeit drinnen verbringen und die Sonne weniger scheint. Durch den Lichtmangel fehlt es am Glückshormon Serotonin. Daher fährt der Körper die Produktion von Melatonin hoch, was uns schläfrig macht – und die Laune beeinflussen kann.

Ob es nun wirklich den traurigsten Tag des Jahres gibt, ist umstritten. Denn Cliff Arnall entwickelte die Formel nicht einfach nur aus Spaß an der Freude, sondern im Auftrag eines Reiseunternehmens. Da liegt die Vermutung nahe, dass es sich beim “Blue Monday“ um eine Marketing-Masche handeln könnte.

Dementsprechend viel Kritik gab es an Arnalls Formel im Lauf der Jahre. So sagt etwa der Psychologie-Professor Dr. Philip Clarke in einem Interview mit der BBC aus dem Jahr 2021, dass man sich immer in Erinnerung rufen solle, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für diesen traurigsten aller Tage gibt. Cliff Arnall indes betonte 2018 im Interview mit der Zeitung “The Independent“, dass er die Menschen mit seiner Formel ermutigen wolle, positiv in die Zukunft zu schauen.

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Ob nun Winterdepression oder Blue-Monday-Frust – aus dem Stimmungstief hilft, was einem gerade guttut: Spazieren gehen, ein gutes Essen, Facetime mit den Lieben oder Zeit mit der eigenen Familie.

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