Deutsche sollen mehr arbeiten und weniger Urlaub machen

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt in einer Studie vor, dass Deutsche mehr arbeiten sollten, um den in der Pandemie entstandenen ökonomischen Schaden aufzufangen.

Frau am Telefon in einem Büro
Mehr arbeiten und weniger Urlaub – ist das wirklich die Lösung?

"Um die Krisenfolgen zu bewältigen, müssen wir jetzt alle mit anpacken." In einem Interview mit der Bild-Zeitung erklärt Professor Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft, dass etwa Frauen noch ungenutztes Potenzial auf dem Arbeitsmarkt freisetzen könnten, wenn es mehr Kitaplätze gäbe. Viele Mütter würden gerne arbeiten, könnten dies aber nicht, weil sie sich um die Betreuung ihrer Kinder kümmern müssten. Besonders für Kinder unter drei Jahren fehle es in Kitas an Plätzen.

Mehr Arbeit, weniger Urlaub?

Laut einer Studie des Instituts könne die deutsche Wirtschaft sich schnell wieder erholen, wenn die durchschnittliche Arbeitszeit von 34 Stunden (2019) auf 36 Stunden angehoben werde. Dazu soll auch ein Verzicht auf rund 1,5 Urlaubswochen die Wirtschaftsleistung steigern. 

Ob dieser Weg der richtige ist, bezweifelt unter anderem Michael Theurer von der FDP: Eine Erhöhung der Arbeitszeit sei nicht gleichzusetzen mit einer Steigerung der Produktivität. Stattdessen könne man verstärkt auf Flexibilität bei den Arbeitszeiten setzen.