Diane Kruger: So hart ließ Quentin Tarantino sie für ihre Rolle in "Inglourious Basterds" kämpfen

Es ist schwer, sich in "Inglourious Basterds" jemand anderen in der Rolle der glücklosen Spionin Bridget von Hammersmarck vorzustellen als Diane Kruger. Doch Regisseur Quentin Tarantino hat sie ursprünglich nicht nur nicht für die Rolle in Betracht gezogen - er wollte sie gar nicht erst vorsprechen lassen.

Diane Kruger
Diane Kruger musste für ihre Rolle in "Inglourious Basterds" kämpfen. (Bild: Michael Loccisano/Getty Images)

Das erzählte Diane Kruger nun in dem Podcast "Reign with Josh Smith". Quentin Tarantino habe "alle" für die Rolle des Filmstars, der heimlich für die Alliierten arbeitet, vorsprechen lassen, nur nicht sie. Kruger zufolge habe der Kult-Regisseur sie offenbar in einem Film gesehen, der ihm nicht gefallen hatte. "Also hat er von Anfang an nicht an mich geglaubt." Am Ende habe sie nur zum Casting kommen dürfen, "weil sonst niemand mehr übrig war".

Auf eigene Kosten zum Casting nach Deutschland

Doch damit war es noch nicht vorbei mit den Hürden, die Diane Kruger überwinden musste. Obwohl sie mittlerweile ebenso wie Tarantino in den USA lebt, wollte er sie nur in Deutschland vorsprechen lassen. Den Flug dorthin musste sie aus eigener Tasche zahlen.

Für Kruger war es nicht leicht, sich derart verbiegen zu müssen, doch in ihr sei der Kampfgeist geweckt worden, wie sie weiter erzählt. "Mir derart ein Bein ausreißen zu müssen, hat mich schon gekränkt", erklärte sie in dem Podcast. "Und dann dachte ich mir: 'Weißt du was? Er kann mich mal. Ich werde es einfach machen und ihm zeigen, dass ich es kann.'" Gesagt, getan, und Tarantino engagierte die gebürtige Deutsche letztendlich doch.

Diane Kruger als Bridget von Hammersmarck
In "Inglourious Basterds" spielte Diane Kruger Bridget von Hammersmarck, ihres Zeichens Filmstar und Spionin für die Alliierten. (Bild: ddp images)

"Lektion" für Quentin Tarantino

Das Ergebnis spricht für sich, und auch die Zusammenarbeit scheint für Kruger eine durchweg positive Erfahrung gewesen zu sein. Sie verteidigte den Regisseur sogar, als er 2018 in der Kritik stand, seine Darstellerinnen schlecht zu behandeln. "Meine Arbeitserfahrung mit Quentin Tarantino war von purer Freude geprägt", schrieb sie damals auf Instagram. "Er hat mich mit vollem Respekt behandelt und mich nie gezwungen, etwas zu tun, womit ich mich nicht wohlfühlte."

Dennoch glaubt sie, dass ihre eigene Casting-Geschichte dem Regisseur ein wenig die Augen geöffnet hat. "Manchmal steckt man Menschen in Schubladen - ich selbst nehme mich da nicht aus", sagte sie in dem Podcast-Interview. "Man macht sich vorab ein Bild von Menschen, und dann sind sie doch ganz anders." Sie denkt, dass Tarantino in diese Hinsicht seine "Lektion gelernt" habe.

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