Die Angst vor der Super-Mutation

Kanzleramtschef Helge Braun fürchtet eine Corona-Mutation, die gegen die gerade erst entwickelten Impfstoffe resistent werden könnte, sollten die Shutdown-Maßnahmen zu früh gelockert werden.

BERLIN, GERMANY - SEPTEMBER 23: Chancellery Minister Helge Braun speaks to the media about Germany's coronavirus app on September 23, 2020 in Berlin, Germany. Germany released the app 100 days ago and it has achieved mixed results as a digital means to containing the spread of the virus. (Photo by Clemens Bilan - Pool/Getty Images)
Kanzleramtschef Helge Braun, Symbolbild (Photo by Clemens Bilan - Pool/Getty Images)

Helge Braun ist nicht nur der Chef des Bundeskanzleramts, sondern auch promovierter Arzt und setzt sich intensiv mit dem Kampf gegen das Coronavirus auseinander. In einem Interview äußerte er nun seine Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen Virus-Mutation, die impfresistent gegen die bestehenden Wirkstoffe werden könnte. 

„Wir sind in der gefährlichsten Phase der Pandemie"

Eine solche Super-Mutation könne vor allem dann erstehen, wenn man die Corona-Maßnahmen in Deutschland jetzt in der dritten Welle zu früh lockern würde, so Braun. „Wir sind in der gefährlichsten Phase der Pandemie. Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff", erklärte er. „Dann bräuchten wir neue Impfstoffe, dann müssten wir mit dem Impfen wieder ganz von vorne beginnen", fährt der CDU-Politiker fort.

BionTech-Gründer hat gute Nachrichten

Der Kanzleramtschef geht allerdings auch davon aus, dass sich ein erster Impferfolg spätestens im Mai einstellen würde und hält es für realistisch, dass Reisen im August wieder möglich sein könnten. Auch BionTech-Gründer Ugur Sahin äußerte sich zu den Super-Mutationen und verkündet gute Nachrichten: Sollte es zu einer impfresistenten Corona-Variante kommen, könne man den Wirkstoff seines Unternehmens überarbeiten und somit an eine Mutation anpassen.