Die ersten offenen Trans-Athleten bei Olympia

Eigentlich ist es schon seit 2004 erlaubt, dass sie bei olympischen Spielen teilnehmen, diesmal ist es allerdings zum ersten Mal offen passiert: Mehrere Trans-Personen treten bei Olympia an.

Das Thema wird kontrovers diskutiert und sorgt immer wieder für Proteste von beiden Seiten. Die offiziellen Regeln lassen es zwar zu, dass Trans-Personen bei Olympia teilnehmen, sie dürfen jedoch keine unzulässigen Vorteile daraus haben. Nun tritt zum ersten Mal eine Transperson an: Quinn spielt im kanadischen Frauenfußballteam und hat die Vornamen abgelegt, um nicht mit dem falschen Geschlecht angesprochen zu werden.

Outing vor den Spielen

Als erste Teilnehmende Person outete sich Quinn offiziell als nicht-binär. In diesem Fall ist das kein Problem für die Fairness, da Quinn keine Hormone einnimmt. Bei anderen Athleten sieht das anders aus: Die neuseeländische Gewichtheberin Laurel Hubbard hat eine Geschlechtsangleichung hinter sich und nimmt Hormone ein. Deshalb darf sie antreten, denn sie wird medizinisch sehr genau beobachtet. Besonders ihre Testosteronwerte werden überwacht.

Die Regeln für Trans-Athleten sind streng

Das IOC verlangt von Transfrauen, dass sie ihr Geschlecht offiziell eintragen lassen und ein bestimmtes Testosteron-Niveau im Blut nicht überschreiten, um zu Frauenwettbewerben zugelassen zu werden. Dieser Wert hängt aber nicht zwingend vom Geburtsgeschlecht ab. Die südafrikanische Läuferin Caster Semenya, die mit weiblichen Geschlechtsmarkern geboren wurde und bei Wettkämpfen auch als Frau antritt, wurde von Olympia ausgeschlossen, da sie von Natur aus überdurchschnittlich viel Testosteron produziert. 

Die Testosteronregel ist umstritten

Andere genetische Unterschiede werden hingegen geduldet. Der Schwimmstar Michael Phelps beispielsweise, der wegen einer natürlichen Unterproduktion von Laktat in den Muskeln einen Vorteil bei der Regeneration hat, durfte bei allen Turnieren antreten. Auch deshalb ist die Testosteron-Regel so kontrovers: Einerseits ermöglicht sie die Teilnahme von Transfrauen, andererseits schließt sie Frauen aus, die mehr Testosteron produzieren als zugelassen.

Regeländerung angekündigt

Auch aus diesem Grund will das IOC seine Entscheidung zur Teilnahme von Trans-Athleten noch einmal ändern. Nach der Tokio-Olympiade soll eine neue Regeländerung verkündet werden. Was jedoch jetzt schon klar ist, ist dass die LGBTQ-Community mit der Teilnahme von Quinn und Laurel Hubbard einen großen Erfolg bei Olympia feiern kann.