Direktmandate: Gewinner und Verlierer der Wahl

Die SPD ist nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen nun stärkste Partei im Bundestag für die nächste Legislaturperiode. Doch dies ist nicht der einzige spannende Zweikampf der Wahl: Wer im Ringen um die Direktmandate gegen wen gewann, erfahren Sie hier.

Konnte einen Sieg verbuchen: Karl Lauterbach (SPD) (Photo by Sascha Schuermann/Getty Images)
Konnte einen Sieg verbuchen: Karl Lauterbach (SPD) (Photo by Sascha Schuermann/Getty Images)

Große Kaliber: Kanzlerkandidaten und Bundesminister

Die derzeit wohl prominentesten beiden Gegner traten in Potsdam gegeneinander an: Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) setzte sich gegen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (die Grünen) mit einem deutlichen Vorsprung von 34 Prozent gegenüber 18,8 Prozent durch.

In Saarlouis lieferten sich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ein Duell. Gewann vor vier Jahren noch Altmaier, ist es diesmal Maas, der mit 36,7 Prozent die meisten Stimmen sammeln konnte, Altmaier konnte nur 28 Prozent der Wähler in dem Wahlkreis von sich überzeugen. 

Schlappe für Hans-Georg Maaßen

Frank Ullrich, ehemaliger Biathlon-Bundestrainer und Olympiasieger, holte sich in Südthüringen das Direktmandat für den Bundestag und schlug 33,6 zu 22,3 Prozent den umstrittenen CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen. 

Lauterbach triumphiert erneut

Zum nun schon fünften Mal bekam SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach das Direktmandat in Leverkusen – und zog mit 45,6 Prozent an die CDU-Politikerin Serap Güler (20,4 Prozent) vorbei. Lauterbach war besonders in der Corona-Krise vermehrt in den Medien präsent gewesen. Güler sollte jedoch über ihren Platz auf der Landesliste in den Bundestag gelangen. 

Viele Niederlagen für bekannte CDU-Politiker

In der CDU mussten auch hohe Amtsträger bittere Niederlagen in ihren Wahlkreisen einstecken. Allen voran Armin Laschet, der in Aachen gegen seine Konkurrenz von den Grünen verlor. Ähnlich ging es dem aktuellen Kanzleramtschef Helge Braun, der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Alle drei verloren ihre Wahlkreise an die Kandidaten der SPD. Auch CDU-Jungspund Philipp Amthor verpasste in seinem Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern das Direktmandat, geschlagen vom SPD-Politker Erik von Malottki und dem AfDler Enrico Komning, reichte es bei ihm nur für den dritten Platz. 

Es gab jedoch auch Erfolge für die CDU: Friedrich Merz gewann mit 40,5 Prozent der Stimmen im Hochsauerlandkreis gegen Dirk Wiese (32,2 Prozent, SPD). Merz übertrifft damit in seiner Region sogar deutlich den Wert seiner Partei, der bei 33,5 Prozent liegt. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gelang ebenfalls der Sieg in seinem Wahlkreis.