Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell verurteilt

Im Missbrauchsskandal um den Investmentbanker Jeffrey Epstein spielte sie offenbar eine große Rolle: Ein US-Gericht sprach nun sein Urteil gegen Ghislaine Maxwell. Sie soll ihm junge Mädchen für seinen Missbrauchsring besorgt haben.

Jeffrey Epstein wurde 2019 vorgeworfen, über mehrere Jahre minderjährige Mädchen systematisch sexuell missbraucht zu haben. Bevor es jedoch zu einem Verfahren kommen konnte, starb der Multimilliardär in Haft. Sein Tod wurde kontrovers diskutiert, während im Obduktionsbericht stand, dass er Suizid beging, widersprach ein von Epsteins Bruder beauftragter Gerichtsmediziner diesem Befund. Stattdessen soll Epstein durch Fremdeinwirkung gestorben sein. Dagegen spricht, dass Epstein bereits einen Monat vor seinem Tod einen Suizidversuch begangen haben soll. 

Das Strafmaß steht noch aus

Zwei Jahre später spricht das Bundesgericht New York Epsteins Freundin Ghislaine Maxwell schuldig. Zuvor hatte es bereits Berichte gegeben, in denen es hieß, die inzwischen 60-Jährige habe den Sexhandel in großem Still mit organisiert und die jungen Frauen angeworben, die Epstein später vergewaltigte. Fünf von sechs Anklagepunkten sieht das Gericht nun als erwiesen an, das Urteil der Jury fiel einstimmig. Ein Strafmaß jedoch wurde noch nicht festgelegt, Maxwell drohen Jahrzehnte Haft. Ihre Anwältin Laura Menninger legte Berufung gegen das Urteil ein. 

Vorwürfe auch gegen Prinz Andrew

Jeffrey Epstein hatte Zeit seines Lebens Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten wie Bill Clinton, Donald Trump oder dem zweitältesten Sohn der Queen, Prinz Andrew. Letzterer muss sich ebenfalls einer Klage wegen sexuellen Missbrauchs stellen. Virginia Giuffre, eines der mutmaßlichen Opfer Epsteins, gab an, dass sie im Alter von 17 Jahren mehrere Male von Epstein zum Sex mit dem britischen Prinzen gezwungen worden sein soll. Der Missbrauch soll 2001 sowohl im Haus von Ghislaine Maxwell als auch auf der Privatinsel von Epstein in der Karibik stattgefunden haben. Giuffre fordert nun Schadensersatz. Prinz Andrew bestreitet die Vorwürfe vehement, die Klägerin wolle sich mit dem Fall lediglich bereichern. Das Verfahren dauert noch an.

Weitere Infos zur Verurteilung von Maxwell zeigt das Video.