Ex-Ermittler: Entführung von Maddie war simuliert

Wird der Fall von Maddie McCann jemals gelöst? Trotz jahrelanger Ermittlungen gibt es nicht einen Beweis, der das Schicksal des Mädchens zweifelsfrei belegt. Jetzt belastet ein ehemaliger Beteiligter an dem Fall ihre Eltern schwer.

Former Policia Judiciaria (Crime Police) detective Goncalo Amaral poses near a poster with his book entitled
Laut Ex-Ermittler Gonçalo Amaral aus Portugal sollen Kate und Gerry McCann die Entführung ihrer Tochter Maddie nur erfunden haben (Photo credit should read JOAO CORTESAO/AFP via Getty Images)

Seit fast 14 Jahren wird das Mädchen Madeleine McCann aus Großbritannien vermisst. Bei einem Familienurlaub an der Algarve in Portugal verschwand die damals 4-Jährige aus der Ferienwohnung ihrer Eltern. Sie soll entführt worden sein und wurde seitdem nie wieder gesehen. Die Polizei in mehreren Ländern ermittelt noch immer, bislang gab es zahlreiche Verdächtige und mittlerweile ranken sich dutzende Theorien um den Fall. Doch noch immer ist die Entführung von der kleinen Maddie, die heute schon fast volljährig sein müsste, nicht geklärt. Viele Ermittler glauben mittlerweile, dass das Mädchen tot ist. Jetzt meldet sich ein ehemaliger Beteiligter an dem Fall zu Wort und erhebt schwere Anschuldigungen gegen die Eltern von Maddie.

Das ist seine Beweisführung

Goncalo Amaral leitete die ersten Ermittlungen zu der Entführung in Portugal und war fünf Monate lang daran beteiligt, bis man ihn feuerte. "Die Hauptverantwortlichen für das Verschwinden sind die, die das Sorgerecht hatten: die Eltern. Ich habe bis heute keine Zweifel, dass eine Entführung nur simuliert wurde", sagte er in einem Interview mit der BILD. Seiner Meinung nach sollen Kate und Gerry McCann für das Verschwinden ihrer Tochter verantwortlich sein und mit einer angeblich behaupteten Entführung versuchen, ihre Tat zu verdecken. Sein Beweis? An dem Fenster, durch welches der Entführer vermutlich in die Ferienwohnung der Familie einstieg, wurden keine Fingerabdrücke gefunden, außer die von Maddies Mutter Kate. "Es gab Fingerabdrücke der Mutter, die zeigten, dass sie das Fenster geöffnet hat. Es waren die einzigen, die gefunden wurde", so Amaral.

Das sagt die Staatsanwaltschaft zu den Anschuldigungen

Den Hauptverdächtigen, Christian B. aus Deutschland, hält er offenbar für unschuldig und glaubt nicht, dass er an dem Fall beteiligt ist. Obwohl die Eltern von Maddie schon einmal verdächtigt wurden ihre Tochter entführt zu haben, gäbe es laut der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, die derzeit in dem Fall ermittelt, "nicht den winzigsten Hauch eines Tatverdachtes gegen die Eltern." Laut Staatsanwalt Hans Christian Wolters seien "materielle Beweise" gefunden worden, die den Tod von Madeleine McCann bestätigten. In diesem Zusammenhand steht noch immer der deutsche Kinderschänder Christian B. im Fokus der Untersuchungen, der derzeit im Gefängnis sitzt und gegen den zahlreiche Verfahren laufen. Man habe nicht vor erneut gegen die Eltern zu ermitteln.