Heil will Homeoffice-Pflicht wieder einführen

Die aktuelle Corona Lage in Deutschland besorgt Politiker und Experten. Die Infektionszahlen steigen rasant und die Kliniken sind überfüllt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil fordert nun die Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht. 

Nicht nur Heil, sondern auch der Ärzteverband Marburger Bund, zeige sich besorgt aufgrund des sich rasant ausbreitenden Coronaviruses in Deutschland. Laut der "Bild am Sonntag" liege den Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP ein entsprechender Gesetzesentwurf des Bundesarbeitsministeriums vor. Vorgesehen sei eine 3G-Pflicht an dem Arbeitsplatz. Die Zeitung zitiert aus dem Entwurf: "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingende betriebsbedingte Gründe entgegenstehen."

Die Sorgen waren noch nie so groß

Die Verbandsvorsitzende des Ärztebands Marburger Bund, Susanne Johna, äußert sich in einem Gespräch mit den "Zeitungen der Funke Mediengruppe": "Ich habe mir noch nie in der Pandemie so große Sorgen gemacht wie jetzt". Laut Johna werde die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in naher Zukunft so weit steigen, dass überregionale, vielleicht sogar deutschlandweite Verlegungen notwendig sein werden. Johna kritisiert, dass aufgrund der aktuellen politischen Lage "ein Machtvakuum zwischen alter und künftiger Regierung, Bund und Ländern" herrsche. Nach längerer Zeit habe sich nun Bund und Länder auf den kommenden Donnerstag für eine Besprechung geeinigt. Dann solle über die Bekämpfung des Coronavirus gesprochen werden. 

Weitere Einschränkungen notwendig

Der Grünen-Chef Robert Habeck spreche von einer "dramatischen Lage". Wiederkehrende Freiheitsbeschränkungen sollen genannt worden sein. "Kontaktbeschränkungen sind schmerzliche Einschnitte, das wissen wir alle noch zu gut. Aber angesichts der dramatischen Lage können sie für Ungeimpfte regional nötig werden", so Habeck. Grünen-Chef habe in diesem Zuge die Bevölkerung eindringlich zum Impfen aufgefordert. Eine Einführung der Impfpflicht halte er für bestimmte Berufsgruppen für sinnvoll. Darüber hinaus fordere Habeck die Möglichkeit, Veranstaltungen mit großen Menschenmengen abzusagen, wenn es die epidemische Lage erfordere. 

Mehr Todesopfer

Michael Kretschmer, Sachsens Ministerpräsident, befürchtet mehr Todesopfer in der vierteln Welle. Kretschmer spreche von einer angespannten Situation, die noch Monate andauern werde. "Wir stehen erst am Anfang eines harten Winters: Die Welle, die wir vor uns haben, wird alle bisherigen Wellen in den Schatten stellen.", sagte Kretschmer der "Bild am Sonntag". Er betone, dass es mehr Tote geben werde: "Diese vierte Welle wird mehr Opfer, auch mehr Todesopfer, verlangen als alles, was wir bisher kannten." Laut dem CDU-Politiker müsse die gesamte Bevölkerung bis Ostern durchhalten, denn vorher sei ein Ende der vierten Welle nicht in Sicht.