Japandi: Neuer Innendesign-Trend erobert das Internet

Japandi setzt sich aus Japan und Skandinavien zusammen. Bei diesem Interior-Trend handelt es sich um einen stylischen Mix mit Designelementen aus beiden Welten. Wie das zusammenpasst? Wenn man die Internet-User fragt, perfekt. Denn momentan ist Japandi der große Renner im Netz.

Bei Japandi geht es um schlichte Schönheit (Symbolbild: Getty Images)
Bei Japandi geht es um schlichte Schönheit (Symbolbild: Getty Images)

Die gemütliche Schlichtheit Skandinaviens kombiniert mit der reduzierten Ästhetik Japans – ein durchaus gewagter, aber auch gelungener Mix. Kein Wunder, dass die Internet-User verrückt nach diesem neuen Innendesign-Trend zu sein scheinen. Wie CNN berichtet, ist die Zahl der Google-Suchen nach dem Begriff "Japandi" mitten im Corona-Lockdown im Winter 2020 drastisch gestiegen und hat laut Google Trends seitdem stetig zugenommen.

"Ich glaube, viele Leute haben nach einem entspannenden Stil gesucht“, sagte Laila Rietnergen, Autorin des neuen Buches "Japandi Living“, in einem E-Mail-Interview mit dem Portal. "Die heitere und beruhigende Ästhetik des Japandi-Stils und die langlebige Handwerkskunst erfüllen diese Anforderungen perfekt. “

Japandi ist eigentlich kein neuer Trend

Auch wenn Japandi neu zu sein scheint, ist er das nicht. Diese Designfusion stammt laut Rietnergen aus den 1860er-Jahren und geht auf den dänischen Marine-Leutnant William Carstensen zurück, der Japan besuchte, als das Land seine Grenzen für Einreisende nach zwei Jahrhunderten der Selbstisolation öffnete. Seinem Buch "Japans Hauptstadt und die Japaner" ist es zu verdanken, dass immer mehr dänische Designer nach Japan reisten und feststellten, dass beide Kulturen eins gemeinsam hatten: Schlichtheit und natürliche Schönheit – und das obwohl sie Tausende von Kilometern voneinander getrennt sind.

Die Vorliebe für neutrale Töne, natürliche Materialien und minimalistische Elemente verbindet Japan und Skandinavien. Elegante Küchen mit aufgeräumten hellbraunen Schränken, die die Weizen- und Gelbtöne des Esszimmers perfekt ergänzen. Weiche Materialien, filigrane, funktionale Stücke, reduzierte Holzmöbel und Plfanzen, die dem Raum einen Hauch von Grün hinzufügen. Es geht nicht darum, eine perfekte Einrichtung zu kreieren, sondern auch dem Unperfekten Raum zu geben.

Laut Rietnergen betont sowohl skandinavisches als auch japanisches Design seine Liebe zur Natur durch Farben wie Hellbraun oder warmes Weiß sowie durch die Verwendung von Materialien wie Leinen und Holz, die eine Oase der Ruhe schaffen.

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Internet-User sind verrückt nach Japandi

Dass die beiden Inneneinrichtungsstile perfekt zusammenpassen, haben auch die Internet-User gemerkt, die fleißig Bilder mit Japandi-Interior posten. Schwer angesagt ist auch Rietnergens Instagram-Seite @japandi.interior, die inzwischen 440.000 Follower hat. Der Schlüssel zum Japandi-Design liegt darin, etwas zu schaffen, das subtil dekoriert ist, ohne sich leer anzufühlen. Ein eleganter Ort, an dem man sich trotzdem "wie zu Hause und entspannt fühlen kann“, so Rietnergen.

Japandi beinhaltet zwei Designprinzipien: "Hygge“, ein dänischer und norwegischer Begriff, der das Gefühl von Gemütlichkeit und Wärme beschreibt, und "Wabi-Sabi“, die japanische Ansicht, dass die Schönheit in der Unvollkommenheit der Natur zu finden ist.

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Weniger ist mehr

Bei Japandi steht wie schon bei der japanischen Aufräumexpertin Marie Kondo eines im Fokus: Declutter. Das bedeutet, dass Aufräumen ein Muss ist. Trenne dich von Dingen, die dich unglücklich machen und sehe das Aufräumen nicht als lästige Pflicht, sondern als Gelegenheit an, dein Heim und die Sachen zu zelebrieren, die dich erfüllen. Beim Japandi-Stil gilt: Weniger ist mehr.

Statt dabei auf günstige, massenproduzierte Möbel zu setzen, die nicht lange halten, empfiehlt Rietnergen, Second-Hand zu kaufen und gleichzeitig auf die wenigen außergewöhnlichen Stücke zu sparen, die dich dein Leben lang begleiten werden. "Es ist wirklich wichtig, sich zu trauen, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ihr Zuhause ist kein Ausstellungsraum und sollte kein Copy-Paste von etwas sein, das Sie gesehen haben. Ein wichtiger Teil ist es, persönliche Elemente und Gegenstände hinzuzufügen", sagt Rietnergen.

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