Sie soll keine First Lady sein: Brigitte Macron hat's schwer

Nicht nur, dass sich die Ehefrau des französischen Präsidenten mit niveaulosen Kommentaren zu ihrem Alter und Aussehen herumschlagen muss – jetzt könnte sich auch die Gesetzeslage zu ihren Ungunsten ändern.


Nicolas Sarkozy bandelte mit der Sängerin Carla Bruni an, François Hollande lebte öffentlich seine Liebe zu einer Journalistin aus und François Mitterand hatte zwei Familien: Auch beim Liebesleben ihrer Politiker lassen die Franzosen meist das Prinzip Laisser-faire gelten. Die aktuelle Präsidentengattin hat es aber allem Anschein nach schwer, die Sympathie des Volkes zu gewinnen.

Zu alt, zu dünn – und mischt sich zu sehr ein
Alter Mann mit junger Frau? Selten ein Grund zur Aufregung. Der umgekehrte Fall? Schon eher: Brigitte Macron ist bereits mehrfache Großmutter und 24 Jahre älter als ihr Mann Emmanuel, den sie 2007 heiratete und der ein Klassenkamerad ihrer Tochter war. Seit sie nach der Wahl im Mai 2017 als "Première Dame" in den Élysée-Palast einzog, hagelt es prompt sexistische Anfeindungen: Sie sei zu alt, zu dünn – und sie mische sich zu sehr ein. Dass die Beleidigungen zu Alter und Figur intolerant und lächerlich sind, ist eine Sache – aber was ist mit Brigitte Macrons Rolle in der Politik?

Wird die "Première Dame" ausgebremst?
Tatsächlich hatte Emmanuel Macron schon bei seinem Amtsantritt verlauten lassen, seine Gattin solle eine öffentliche Rolle innehaben – Berater und eigenes Büro in seinem Amtssitz inklusive. Zwar hatte er ebenfalls angekündigt, die "Première Dame" solle kein Gehalt aus Steuergeldern bekommen. Doch trotzdem sorgten seine Pläne für Unmut bei den Franzosen, die sich in den letzten Jahren mit einer Reihe von Skandalen herumschlagen mussten, bei denen Familienmitglieder von Politikern im großen Stil mit öffentlichen Geldern versorgt wurden. Eine Petition gegen den Sonderstatus von Brigitte Macron wurde gestartet und bereits von über 300.000 Menschen unterzeichnet. Jetzt soll gesetzlich geklärt werden, was die First Lady darf – und was nicht. Was die Franzosen selber dazu sagen: im Video.
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