Ex-"GNTM" Anna Wilken: Krankheit beendet Model-Traum

Sie kommt bei "Germany's next Topmodel" groß raus, läuft für bekannte Designer und muss mit 21 wegen einer weit verbreiteten Frauenkrankheit ihre Modelkarriere beenden.

"Es gibt immer mal diese Tage, an denen ich heulend im Bett liege", gesteht Anna Wilken, 21 und Ex-Model, im Interview mit Gala. Dabei begann die Karriere der ehemaligen "Germany's next Topmodel"-Kandidatin so hoffnungsvoll.

Nach ihrer erfolgreichen Bewerbung für die Castingshow schaffte es Wilken klar unter die ersten 10. Dann der Paukenschlag vor laufender Kamera: Sie schmeißt sich selbst aus der Show, weil ihr "der Stress zu groß" war. Rückblickend lässt sie kaum ein gutes Haar an dem Castingformat. "Die wollen am Ende kein Model finden", urteilte sie vor zwei Jahren in einem Interview auf Stylebook. Auch sei Heidi Klum für die Models selten da gewesen, von ihrer Erfahrung konnten die jungen Kandidatinnen folglich nicht profitieren.

Mit 19 läuft sie in Paris, New York und Mailand

Dennoch wurde das Rampenlicht, das ihr durch "Germany's next Topmodel" zuteil wurde, für die gebürtige Ostfriesin zum Sprungbrett ins Model-Business. Nach dem Show-Ende flattern der damals 17-Jährigen zahlreiche Angebote etablierter Model-Agenturen ins Haus. Mit 19 lief sie schon vier Shows bei den Prêt-à-porter-Schauen in Paris. Star-Designer Yohji Yamamoto ließ Wilken sogar als letzte über den Catwalk flanieren - was unter Models als besondere Auszeichnung gilt. Es folgten Auftritte in Mailand und New York, ehe nach anderthalb Jahren ihre Karriere unvermittelt endete.

Karriereende nach anderthalb Jahren

Anna Wilken leidet an Endometriose. Unter der chronischen Erkrankung leiden nach Schätzungen von Experten etwa 10 Prozent aller Frauen. Sie entsteht durch gutartige Wucherungen von Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, im Unterleib. Endometriose beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffen sehr stark. Sie kann Regelschmerzen, schwere Krämpfe, Menstruationsstörungen bis hin zur Unfruchtbarkeit nach sich ziehen.

Auch Wilken wurden die Belastungen durch die Krankheit und das anstrengende Modelgeschäft irgendwann zu viel: "Ich habe gemerkt, dass es mir körperlich mit meiner Endometriose nicht so gut bekommt. Gerade die Fashion Weeks sind anstrengender, als sich manch einer vorstellen kann." Die Erfahrungen aus der Modewelt und ihre damit gesammelte Prominenz halfen ihr jedoch, beruflich neu Fuß zu fassen: als Influencerin. Auf Instagram und auf ihrer Webseite annawilken.de sammelt die 21-Jährige Follower und vermarktet Produkte.

"Nur noch zu 20 Prozent negativ"

Diese neue Art des Lebensunterhaltes schafft ihr den nötigen Freiraum, besser mit der Krankheit fertig zu werden: "Vor zwei Jahren, war ich leider gar nicht optimistisch, das hat sich jetzt schon sehr zum Positiven verändert! Ich würde behauptet jetzt bin ich zu 80 Prozent optimistisch und nur zu 20 Prozent negativ." Was sie Frauen rät, die ebenfalls von Endometriose betroffen sind, sehen Sie im Video.
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