Ebola: EU und Pharma-Industrie kämpfen gemeinsam gegen das Virus

Weil Wissenschaftler fürchten, dass sich die hochansteckende Krankheit in ganz Zentralafrika ausbreiten könnte, gehen die EU und die Pharma-Industrie gemeinsam gegen sie vor.



Ebola ist eine in hohem Maße ansteckende Viruserkrankung. Das Virus ist vor allem in Westafrika für zahlreiche Tote verantwortlich. Die größte Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976 brach 2014 in mehreren westafrikanischen Ländern aus. In den Jahren 2014 bis 2016 forderte die Krankheit um die 11.300 Todesopfer. Anfang 2016 galt die Epidemie als beendet.

Doch die neuesten Erkenntnisse der Ebola-Forschung sind besorgniserregend. Grund für die aktuelle Alarm-Stimmung ist unter anderem ein aktueller Ebola-Ausbruch im Kongo. Dort haben sich bisher rund 300 Menschen infiziert, 186 Patienten sind bereits an den Folgen der Krankheit gestorben.

Das Virus, das bei seinen Opfern hohes Fieber, starke Blutungen und multiples Organversagen auslöst, wurde bisher mit Hilfe von strengen Quarantänen, Nachverfolgung von Infizierten und strikten Hygienemaßnahmen in Schach gehalten. In Europa hat ein Forschungsteam kürzlich damit begonnen, eine Impfstoff-Versuchsreihe gegen Ebola durchzuführen.

Der Impfstoff stammt aus den Niederlanden

Testgebiet der Impfstoff-Entwicklung ist eine Gegend in Sierra Leone, die 2014 besonders stark vom Ebola-Virus betroffen war. Die Teststudie für den Impfstoff wurde in den Niederlanden entwickelt und wird auch von dort aus überwacht. Neben der Impfung in zwei Phasen gehört auch die Aufklärung über den Ebola-Virus zum Forschungsprojekt.

Die Wissenschaftler können bereits erste Erfolge beobachten. „Wir haben festgestellt, dass der Impfstoff gut vertragen wird. Und die Studienteilnehmer produzieren in ihrem Blut Antikörper gegen das Virus. Für uns ist das sehr vielversprechend", gab eine Ärztin des Forschungsteams bekannt. Die Studie läuft unter der ‚Innovative Medicines Initiative' (IMI). Diese wird von der Europäischen Kommission und der europäischen Pharmaindustrie derzeit mit einem Budget von rund 3,2 Milliarden Euro finanziert. Ziel der Partnerschaft sind neue Forschungserkenntnisse sowie Impfstoffe und andere Medikamente, gegen zahlreiche Krankheiten.
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