Alkohol im Unterricht: Trinkexperiment stößt auf Empörung

Der Vorschlag der Landesregierung in Brandenburg, Schülern im Unterricht Alkohol zu verabreichen, sorgt für Kopfschütteln – bei Eltern und Krankenkassen.



Das Trinkexperiment soll Teil eines Projektes zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol sein. Schülern der neunten Klassen, sprich Kinder im Alter von 14 oder 15 Jahren, soll dabei kontrolliert Alkohol verabreicht werden.

Das umstrittene Suchtpräventions-Projekt mit dem klingenden Namen "Lieber schlau als blau" hat bei vielen Erziehungsberechtigten für Empörung gesorgt. Mehrere Eltern, die eine Einverständniserklärung für das Alkohol-Präventionsprogramm unterzeichnen sollten, suchten den Weg in die Öffentlichkeit. Gegenüber dem Nordkurier machte eine Mutter ihrem Ärger Luft: "Erst sollen wir unsere Kinder über die Schäden, die Alkohol und Drogen verursachen, aufklären – und jetzt wird ihnen schon in der Schule der Alkohol von Lehrern angeboten."

Mittlerweile hat sich auch eine erste Krankenkasse zu dem Projekt geäußert – und sich distanziert: "Das Trink-Experiment lehnen wir strikt ab, weil Kinder keine Versuchskaninchen sind", erklärte Stefan Poetig, Sprecher der DAK in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, gegenüber dem Nordkurier. Weiter heißt es: "Das probeweise Trinken könnte gefährlich sein, da niemand die Wirkung von Alkohol auf die Minderjährigen einschätzen kann." Es bestehe zudem die Gefahr, die Kinder könnten das Trink-Experiment auch privat fortsetzen - ohne Aufsicht.

In Großbritannien gibt es jedes Jahr zu Jahresbeginn die Kampagne "Dry January". Das Ziel: Britische Bürger sollen einen kompletten Monat auf Alkohol verzichten und ihr Trinkverhalten überdenken. Mehr dazu im Video.

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