Wie sündhafte Lust uns lügen lässt

Was der Volksmund schon lange predigt, hat nun auch eine wissenschaftliche Grundlage: Wer die Chance auf Sex wittert, lügt sich gerne in die eigene Tasche.


Die Psychologen Gurit Birnbaum von der IDC Herzliya in Israsel und Harry Reis von der University of Rochester in den USA haben jüngst bewiesen, dass die Aussicht auf Sex Menschen dazu bringt, die Wahrheit unter den Tisch fallen zu lassen.

In einer Studie mit über 600 ausschließlich heterosexuellen Teilnehmern untersuchten sie das Verhalten von sexuell erregten Probanden in einem Gespräch mit dem anderen Geschlecht.

Immer nur an das Eine denken

Das Ergebnis spricht Bände: Bereits ein kurzer Blick auf erotische Abbildungen reicht aus, um das limbische System - einen Teil des Gehirns, der unter anderem den Fortpflanzungstrieb steuert - in helle Aufregung zu versetzen. In der Folge beobachteten die Forscher auffällige Unterschiede zwischen dem Verhalten der erregten Probanden und der sachlicheren Kontrollgruppe.
Die Hoffnung auf Geschlechtsverkehr bewirkte, dass die Teilnehmer ihre Meinungen und Vorlieben an die ihres Gegenübers anpassten, ohne dabei viel Wert auf die Wahrheit zu legen. Laut den Psychologen ist dies ein nachvollziehbarer Effekt: Viele Gemeinsamkeiten erzeugen Nähe und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, mit dem Gesprächspartner im Bett zu landen.

Es kommt anders, als Man(n) denkt

Das Vorurteil, nach dem nur bei den Männnern auf dem Weg in fremde Schlafzimmer die Wahrheit auf der Strecke bleibt, bewahrheitete sich in der Studie allerdings nicht. Stattdessen verhielten sich beide Geschlechter weitestgehend gleich. Auch das schöne Geschlecht greift also im Kampf um die (körperliche) Liebe zu unlauteren Mitteln und lügt, dass sich die Balken biegen.

Manchmal ist (im Bett) weniger mehr

Auch bei der Menge der bisherigen Sexualpartner wurde fleißig geflunkert. Viele der Probanden verringerten die Anzahl ihrer Bettgeschichten, um ihre sexuellen Eskapaden zu verschleiern. Für Birnbaum steht am Ende der Studie fest:

"Ist das Gehirn sexuell stimuliert, wollen sich alle Menschen im bestmöglichen Licht präsentieren. Und das heißt, dass wir uns Fremden gegenüber besser darstellen, als wir eigentlich sind."
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