Sind Antibiotika eine tickende Zeitbombe?

Sie gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten der Welt: Antibiotika. Doch der hohe Konsum der heilenden Pillen hat seinen Preis.


Antibiotika sind aus der modernen Medizin nicht wegzudenken: Sie bekämpfen effektiv und schnell bakterielle Infektionen, wenn das menschliche Immunsystem mit ihnen überfordert ist. In den letzten Jahren stieg die Anzahl der Verschreibungen jedoch rapide an und der gravierende Nachteil der vermeintlichen Allzweckwaffe gegen Infektionen offenbarte sich.

Antibiotika helfen nicht immer

Liegt nämlich keine bakterielle Infektion vor, sondern ein Befall durch Viren, ist jedes Antibiotikum wirkungslos. Trotzdem werden auch heutzutage noch vielfach Antibiotika verschrieben, obwohl keine eindeutige Diagnose vorliegt. Ein Grund dafür ist, dass besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern schnelle und sichere Mittel zur Diagnostik fehlen. Doch auch die Verschreibungsanzahl in den medizinisch gut versorgten Ländern ist zu hoch.

Risiken und Nebenwirkungen

Die große Menge an Antibiotika, welche die Menschheit jedes Jahr verbraucht, führt langfristig zur Bildung von resistenten Bakterien. Und da immer weniger neue Antibiotika entwickelt werden können, verringern sich die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Infektion mit diesen Bakterien stetig. In Zukunft könnte es also immer schwerer werden, bakterielle Infektionen zu heilen, wenn der Antibiotika-Konsum nicht abnimmt. Außerdem besteht bei einer falschen Diagnose, einer zu hohen Dosierung oder einer zu langen Einnahme das Risiko, dem eigenen Körper durch die Nebenwirkungen der Antibiotika massiv zu schaden.

Organisation in den USA gegründet

Die Zahl der Menschen, die jährlich an Infektionen mit Antibiotika-resistenten Bakterien sterben liegt aktuell bereits bei rund 700.000. Um darauf aufmerksam zu machen, haben die Zentren für Krankheitsbekämpfung und –prävention (CDC) in den USA nun eine Initiative ins Leben gerufen. Be Antibiotics Aware setzt sich für einen besseren Einsatz von Antibiotika und die Bekämpfung von resistenten Bakterien ein.

Antibiotika-Missbrauch verhindern

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Bei einer Behandlung mit Antibiotika sollte vorher feststehen, dass es sich wirklich um eine bakterielle Infektion handelt. Ist dies nicht der Fall, wirken die Medikamente nicht und können sogar Schaden anrichten. Außerdem sollte darauf geachtet werden, die richtige Dosis einzunehmen. Nur dadurch kann verhindert werden, dass sich langfristig immer mehr multiresistente Bakterien bilden.
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