Feiern wir Silvester bald ohne Böller und Raketen?

Schlechte Zeiten für Traditionalisten. Während uns die Wetterfee uns mit ziemlicher Regelmäßigkeit Jahr für Jahr einen dicken Strich durch die Weiße-Weihnachts-Rechnung macht - in diesem Jahr drohen zu den Festtagen sogar zweistellige Temperaturen -, gerät nun auch das Brauchtum private Silvesterböllerei zunehmend unter Druck. Und das von verschíedenen Seiten.



Da wären zunächst einmal die Städte, die zunehmend Böllerverbotszonen einrichten, um Menschen, Bauwerke und die Umwelt zu schützen. Nachdem es in den zurückliegenden Jahren zunehmend zu Exzessen gekommen war, versucht die Polizei, durch Verbote die Kontrolle über zentrale Bereiche zurückzugewinnen.

"Kriegsähnliche Zustände"

München zum Beispiel berichtete von "kriegsähnlichen Zuständen" in der Silvesternacht 2018. Nachdem durch übermäßigen Alkoholgenuss und unsachgemäßes Abbrennen von Feuerwerkskörpern eine unübersichtliche Gefahrenlage in engen, überlaufenen Innenstadtbereichen entstanden war, dürfen jetzt im Zentrum der Bayerischen Landeshauptstadt nur noch Anwohner Feuerwerkskörper bei sich tragen - aber auch nicht abbrennen.

Hamburg verbietet private Böllerei rund um die Binnenalster, nachdem im vergangenen Jahr Waffen und Munition sichergestellt und mehrere Personen verletzt worden waren.

Einzelhandel verzichtet auf Böller-Geschäft

Obwohl sich die Deutschen ihre privaten Feuerwerke und Knaller-Orgien zum Jahreswechsel jährlich bis zu 150 Millionen Euro kosten lassen und damit kurz vor Ultimo noch einmal richtig die Kassen klingeln lassen, rückt nun auch der Einzelhandel langsam von dem Geschäft mit der Knallerei ab. Die Baumarkt-Kette Hornbach will ab nächstem Jahr den verkauf von Knallkörpern vollständig einstellen. Zahlreiche Edeka-Märkte verzichten schon ab diesem Jahr auf das Zusatz-Geschäft mit Böllern und Raketen.

Feinstaub-Feuerwerk

Dafür gibt es gute Gründe. Etwa die gigantische Feinstaub-Belastung. Das Umweltbundesamt hat errechnet, dass allein in der Neujahrsnacht eine Feinstaub-Menge entsteht, die rund 16 Prozent des gesamten jährlichen Straßenverkehrs entspricht.

Und nicht zuletzt schont eine weitgehende Eindämmung der Knallerei die Nerven unserer vierbeinigen Mitbewohner. Haustiere wie Hunde und Katzen haben ein gutes Gehör und feine Nasen, was sie besonders unter Lärm und Qualm leiden lässt.

Was Sie tun können, um Silvester für Ihr Haustier erträglicher zu gestalten, sehen Sie im Video.
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