Die wohl schmerzhafteste Krankheit der Welt

Man nennt sie auch die "Selbstmord-Krankheit": Trigeminusneuralgie. Es handelt sich hierbei um eine Nervenkrankheit, die plötzlich und wiederholt heftige Schmerzen im Gesicht hervorruft.


Vier von 100.000 Menschen in Deutschland leiden unter den attackenartigen Gesichtsschmerzen, die meistens nach dem 40. Lebensjahr auftreten. Die Ursache ist in den oftmals schwer auszumachen, zumindest bei der klassischen Form der Krankheit. Die symptomatische Trigeminusneuralgie findet ihren Ursprung in einer Krankheit - wie beispielsweise Multiple Sklerose - oder wird durch einen Unfall veranlasst.

Auf einer Skala von 1 bis 10

Betroffene leiden unter heftigen Schmerzschüben, die wenige Sekunden aber auch einige Minuten andauern können. Oft reicht eine Berührung, Kauen, Sprechen oder gar ein kalter Luftzug aus, die Schmerzattacken auszulösen. Durch die Schwere der Schmerzen - Erkrankte geben auf einer Skala von eins bis zehn eine zehn an - leidet der Großteil an depressiven Verstimmungen. Die Selbstmordrate der an Trigeminusneuralgie Erkrankten ist vergleichsweise hoch.

Behandlungsoptionen

Dadurch, dass die Ursachen von Gesichtsschmerzen wenig erforscht sind, ist auch eine Therapie dieser Neuralgie nicht besonders einfach. Selbst wenn die Ursache entdeckt wird, können die Symptome höchstens gelindert, doch nicht behoben werden. Da der Gesichtsschmerz blitzartig auftritt, können übliche Medikamente wie Ibuprofen durch ihre spät einsetzende Wirkung kaum Abhilfe schaffen. Spezielle und sehr starke Medikamente helfen zwar oftmals, doch sind diese verbunden mit starken Nebenwirkungen.

Großes Risiko

Grundsätzlich wird die klassische Form der Krankheit medikamentös behandelt, die symptomatische Form - wenn möglich - operativ. Unter Umständen kann letzteres die Schmerzen zumindest zeitweise ausschalten. Liegt beispielsweise eine abnorm verlaufende Arterie vor, kann der Chirurg den Trigeminusnerv von der Arterie trennen. Ist der Auslöser der Schmerzen ein Tumor, kann der behandelnde Arzt diesen womöglich entfernen. Allgemein bergen schmerzlindernde Operationen die Gefahr, Gesichtstaubheit hervorzurufen. Je mehr Behandlungen durchgeführt werden, desto höher das Risiko, dass der Patient unter noch stärkeren und schwerer zu behandelnden Schmerzen leiden muss.

Das Video zeigt einen Jungen, der jahrelang unter Trigeminusneuralgie litt und auf wundersame Weise geheilt wurde.
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