Ist vegetarische und vegane Ernährung wirklich ungesund?

Dutzende Mythen und zum Teil auch Vorurteile ranken sich um das Thema Veganismus und Vegetarismus. Ist die fleischverzichtende Ernährungsweise nun gesund oder schädlich?


In Europa ernähren sich rund 75 Millionen Menschen vegetarisch oder vegan. Zu diesem Ergebnis kam die Online-Plattform "Live Kindly", die weltweit über vegane Trends und Themen informiert*. Doch was macht der Verzicht auf Fleisch oder gar auf alle tierische Produkte mit unserem Körper?

Widersprüche häufen sich

Vegane Firmen und Organisationen werben nicht nur damit, dass der Verzicht auf Fleischverzehr dem Tierwohl zugute kommt, sondern auch dem menschlichen Körper. Ernährungsexperten hingegen warnen oftmals vor Mangelerscheinungen, die schwerwiegende Folgen haben können.

Geringeres Herzinfarkt- und Krebsrisiko

Alles in allem gibt es wenige Langzeitstudien, die unterschiedliche Ernährungsweisen vieler Probanden über einen längeren Zeitraum vergleichen. Zudem können die unterschiedlichen Einflüsse schlecht auseinandergehalten werden: Vegan und auch vegetarisch lebende Menschen würden im Schnitt mehr Sport treiben und weniger Alkohol und Tabak konsumieren. Aus diesem Grund bleibt die Frage bestehen, ob der allgemein bessere Gesundheitszustand von vegan und vegetarisch lebenden Personen vom Fleischverzicht oder dem Lebensstil abhängt.

Die als seriös einzustufenden Studien ergaben, dass Vegetarier und Veganer weniger häufig an Krebs erkranken. Vegetarisch lebende Personen würden zusätzlich seltener einen Herzinfarkt erleiden als Fleischesser. Beobachtungsstudien belegen aber nicht, dass Veganer im Allgemeinen länger leben. Als hinreichend verlässlich gelten die wenigsten wissenschaftlichen Untersuchungen.

Blutarmut und Osteoporose

Das bekannteste Problem der veganen Ernährung ist allseits bekannt. Bestimmte Nährstoffe und Vitamine - allen voran Vitamin B12 - kommen beinahe ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln vor. Nehmen Veganer das B12 nicht in Tablettenform auf, besteht die Gefahr der Blutarmut; im schlimmsten Fall können bleibende Nervenschädigungen die Folge sein. Auch leiden Veganer wegen des Verzichts auf Milchprodukte nicht selten an Kalziummangel. Dieses ist aber für den Knochenaufbau unabdinglich. Das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) steigt, was unter anderem Knochenbrüche begünstigt.

Die bisherigen Studien lassen keine eindeutige Antwort auf die Frage "Welche Ernährungsweise ist die gesündeste?" zu. Fest steht, dass insbesondere Veganer vermehrt auf die Einnahme bestimmte Nährstoffe und Vitamine achten müssen. Doch bei einer Sache sind sich die meisten Ärzte einig: Säuglinge und Kinder sollten nicht vegan ernährt werden.


*Geschätzte Zahl basiert auf einer Studie der deutschen Heinrich-Böll Stiftung.
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