Experten warnen vor Doppelinfektionen im Herbst

Laut dem Mikrobiologen Michael Wagner und weiteren Experten sei im Herbst und Winter mit steigenden Corona-Infektionszahlen zu rechnen. Insbesondere Kinder könnten das Virus schnell verbreiten. Der Wissenschaftler verweist auch auf gefährliche Doppelinfektionen.


Die Sommerferien sind in vielen Bundesländern vorüber und immer mehr Schulen öffnen wieder ihre Tore. Nahmen führende Virologen anfänglich an, SARS-CoV-2 würde von Kindern weniger verbreitet werden, tendieren diese nun eher in die Gegenrichtung. Und das aus mehreren Gründen.

Die Infektion fällt weniger auf

Kinder seien deshalb für die Verbreitung des Virus' prädestiniert, da sie asymptomatisch seien, wenn sie sich mit Covid-19 infizieren. Eine Erkrankung falle weniger auf, da sie weniger husten und sich schneuzen. Zwar stoßen sie deshalb weniger Aerosole aus, doch spätestens im eigenen Heim geben sie die Viren unbemerkt an Familienmitglieder weiter.

Obendrein haben Kinder in der Schule weitaus mehr Kontakte als Erwachsene. Herr Prof. Dr. Wagner verweist auch auf mögliche Doppelinfektionen, die er als besonders gefährlich erachtet. Im Herbst und Winter erkranken Menschen erfahrungsgemäß öfter an Erkältungen. Wenn diese Personen sich auch an Covid-19 infiziert haben, verbreiten sie das Virus tendenziell stärker.

Tipps für den Schulalltag

Laut Wagner gebe es einige Gegenmaßnahmen, die zum Schutz vor Infektionen eingeleitet werden können. Hierzu gehöre, den Verbreitungsweg durch Tröpfchen und Aerosole abzuschneiden. Auf Singen sollte verzichtet werden, die (halb vollen) Klassenzimmer sollten lange und regelmäßig gelüftet werden und theoretisch gesehen sei auch das Tragen von Mund-Nase-Masken empfehlenswert. Dies könne aber nur von politischer Seite aus entschieden werden.

Die Gurgel-Methode

Eine weitere Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus' in den Griff zu bekommen sei laut Wagner eine regelmäßige Testung der Schulkinder. Die Gurgel-Methode sei besonders empfehlenswert. Hierbei gurgeln die Schüler eine Zucker-Salz-Lösung und spucken das Gurgelat in ein Behältnis. Mithilfe eines PCR-Test wird ermittelt, ob sich das Kind an Corona infiziert hat oder nicht. Ab September werden in Österreich auf diesem Wege 15.000 Schüler und Schülerinnen alle drei Wochen auf das Virus getestet.

Das ganze Interview mit dem Mikrobiologen Prof. Dr. Wagner gibt's im Video.
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