Long-Covid: "Ich bin um dreißig Jahre gealtert"

Dass Covid-19 nicht harmloser als die Grippe ist, wissen viele bereits. Doch dass einige Patienten tatsächlich langfristig unter den Folgen der Lungenerkrankung leiden, untersucht derzeit eine neue Klinik in Montreal, Kanada.

Die Forscher warnen, dass die Langzeitfolgen von Covid-19 nicht zu übersehen sind. Auch nach einem eher milden Krankheitsverlauf kann es einige Monate dauern, bis sie sich wieder vollständig erholen. Viele unterschätzen, dass Covid-19 das gesamte Gefäß- und Immunsystem belastet. Deshalb können im ganzen Körper unterschiedliche Beschwerden auftreten oder zurückbleiben. Nach der Expertenmeinung könnte es sich sogar um eine Autoimmunreaktion handeln.

Zahlreiche Auswirkungen

Es fängt bei Haarausfall an – einige Patienten bilden Antikörper gegen die eigenen Haarwurzeln – und hört beim Long-Covid-Syndrom auf. Dieses haben chinesische Studien während der ersten Corona-Welle entdeckt: Demnach hatten 76 Prozent von 1.700 Covid-Patienten noch sechs Monate nach der Erkrankung mindestens ein Symptom. Am häufigsten waren Muskelschwäche und Erschöpfung vertreten. Aber auch unter Depressionen (23 Prozent) und Schlafstörungen (26 Prozent) litten einige.

Einen Beispielverlauf der Long-Covid-Patientin Violaine Cousineau sehen Sie im Video.