Nach Hurrikan: Flamingos erstaunen Vogel-Fans in den USA

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Ein Hurrikan wirbelt so einiges durcheinander – und auch für Flamingos kann so ein Sturm massive Auswirkungen haben, wie sich nun in verschiedenen Bundesstaaten in den USA zeigt.

Ein Hurrikan brachte Flamingos ziemlich durcheinander (Symbolbild: Getty Images)
Ein Hurrikan brachte Flamingos ziemlich durcheinander (Symbolbild: Getty Images) (Photograph copyright Eric Meola via Getty Images)

Wenn ein Hurrikan über eine Region fegt, kann er einigen Schaden anrichten. In Kinofilmen wirbelt dann auch mal eine Kuh durch die Luft. Im Südosten der USA wütete vor Kurzem Hurrikan "Idalia" – und der hat offenbar das Leben von so manchem Flamingo ordentlich durcheinander gebracht.

Denn in den vergangenen Tagen wurden die rosafarbenen, prächtigen Vögel in Regionen der USA gesichtet, wo sie eigentlich nicht vorkommen.

In Florida waren die farbenfrohen Tiere, die in riesigen Gruppen zusammenleben, zwar einst beheimatet, wurden Anfang des 19. Jahrhunderts aber fast ausgerottet und es sind nur noch vergleichsweise wenige Exemplare dort zu finden.

Und in nördlicher gelegenen Bundesstaaten kommen sie überhaupt nicht vor – eigentlich. Doch seit einigen Tagen tauchen sie an ungewöhnlichen Orten auf. Auf der Facebook-Seite von "ABA Rare Bird Alert" melden User Sichtungen seltener Vögel. In bislang zehn anderen US-Bundesstaaten wie Ohio, Kentucky oder Virginia wurden seit dem Hurrikan Flamingos gesichtet.

Ein Hurrikan könnte der Grund für die Vogelsichtungen sein (Symbolbild: Getty Images)
Ein Hurrikan könnte der Grund für die Vogelsichtungen sein (Symbolbild: Getty Images) (Michel Bosman via Getty Images)

Nate Swick von der American Birding Association erklärte laut "npr.org"im Interview, wo all die Flamingos plötzlich herkommen. Swick geht davon aus, dass sie vom Sturm mitgerissen wurden und "sich einfach haben treiben lassen", statt gegen den Wind anzukämpfen und ließen sich dort nieder, wo der Hurrikan nachließ – in diesem Fall also an der Westküste Floridas und an anderen für sie ungewöhnlichen Orten.

Und es lässt sich sogar nachweisen, wo sie vom Sturm erwischt wurden: Auf Yucatan, der Halbinsel, die den Golf von Mexiko vom Karibischen Meer trennt, gibt es eine große Flamingo-Population. Dort werden sie auch markiert, und diese Markierungen wurden bei einigen Flamingos in Florida entdeckt. Laut Swick könnten die Vögel auf dem Weg nach Kuba vom Sturm überrascht worden sein, oder direkt über Yucatan. Und offensichtlich nahmen die Vögel die Möglichkeit für einen kleinen Ausflug nicht nur an, sondern haben es aktuell auch noch nicht besonders eilig, wieder in heimische Gefilde zurückzukehren. Fast so, als würden sie eine kurze Auszeit nehmen, bevor sie sich wieder auf den Heimweg machen.

Das geschieht nicht zum ersten Mal, bereits 2019 wirbelte Hurrikan Barry die Lebensräume von Flamingos durcheinander und sie wurden daraufhin in Tennessee and Missouri gesichtet. Dort blieben sie eine Weile, bevor sie sich wieder auf den Heimweg machten.

Nicht nur Flamingos sorgen für Aufsehen in den USA

Es ist nicht die erste ungewöhnliche Tiersichtung in den USA in diesem Jahr. Zu Beginn des Jahres sorgte bereits eine Eule für viel Aufsehen. Eine Schnee-Eule hatte sich in den "Golden State" Kalifornien verirrt und schien sich dort ziemlich wohl zu fühlen, obwohl sie eigentlich in deutlich kälteren Gefilden zu Hause ist, wie etwa Alaska.

USA: Eule geht auf ungewöhnliche Reise

So weit südlich wurde das Tier zur echten Sensation und lockte Kameras und Schaulustige an. Ein Vogelexperte vermutete damals, dass die Eule mit einem Schiff die lange Reise angetreten hatte. Das dürfte jedenfalls eine deutlich angenehmere Reise gewesen sein, als für die Flamingos, die von Hurrikan "Idalia" erfasst wurden.

VIDEO: Hunderte Flamingos versammeln sich vor Reise in See