Terroranschlag in Manchester: Hat der Geheimdienst versagt?

Nach dem Anschlag von Manchester gerät der MI5 unter Druck. Die Opposition wirft Premierministerin May unterdessen vor, mit dem Brexit die Sicherheit des Landes zu gefährden.

Hätten die 22 Todesopfer und 64 Schwerverletzen von Manchester verhindert werden können? Wie britische Medien berichten, ist der britische Inlandsgeheimdienst MI5 insgesamt drei Mal vor dem Attentäter Salman Abedi gewarnt worden. Als Reaktion auf die Vorwürfe kündigte das Innenministerium eine interne Untersuchung an.

„Anfang 2017 berichtete das FBI dem MI5, dass Abedi zu einer nordafrikanischen Terror-Gruppe mit Sitz in Manchester gehörte, die nach einem politischen Ziel im Land Ausschau hält", zitiert die Londoner Wochenzeitung Mail on Sunday eine Quelle aus Sicherheitskreisen. Als Ziel soll sich Abedi für Personen aus dem Bereich der Politik interessiert haben. Der MI5 hatte daraufhin Ermittlungen aufgenommen, die jedoch ohne Ergebnis blieben.

Verschlechtert der Brexit die Sicherheitslage Großbritanniens?

Unterdessen zeigt der Anschlag von Manchester Auswirkungen auf die Brexit-Diskussion im Vereinigten Königreich. So wirft der Spitzenpolitiker der Liberaldemokraten, Nick Clegg, der amtierenden Premierministerin May vor, mit ihrem Kurs die Sicherheit des Landes zu gefährden.

Hintergrund ist der Zugang zu der EU-weiten Datenbank des Schengener Informationssystems, in der organisierte Kriminelle und Terroristen verzeichnet sind. Allein die britische Polizei soll das System eine halbe Milliarde Mal im Jahr in Anspruch nehmen. Wie der ehemalige Vize-Premierminister ausführt, würde Großbritannien bei einem Brexit den Zugriff auf diese wichtige Informationsquelle verlieren.

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