US-Student stirbt nach Haft: USA attackieren Nordkorea

Otto Warmbier ist tot. Der 22-Jährige erliegt kurz nach der Rückkehr in die USA seinen schweren Hirnverletzungen. Politiker der Republikaner fordern Konsequenzen.

Am vergangenen Dienstag war Otto Warmbier nach 17 Monaten in Haft aus Nordkorea in die USA zurückgekehrt. Jetzt erlag der 22-Jährige in einem Krankenhaus in Cincinnati in seinem Heimatstaat Ohio seinen Verletzungen. Er hatte sich in Nordkorea schwerste neurologische Verletzungen zugezogen und soll schon im April letzten Jahres ins Koma gefallen sein.

„Unglücklicherweise war in Anbetracht der qualvollen Misshandlungen, die unserem Sohn in der Obhut Nordkoreas zugefügt wurden, für unseren Sohn kein anderer Ausweg möglich als dieser traurige, den wir heute erlebt haben," schreiben seine Eltern in einer Stellungnahme vom Totenbett ihres Sohnes.

Otto Warmbier war Ende 2015 mit einer Reiseagentur aus China nach Nordkorea gekommen. Weil er in einem Hotel widerrechtlich ein Plakat entfernt haben soll, verurteilte ihn ein nordkoreanisches Gericht im März 2016 zu 15 Jahren Arbeitslager. Erst jetzt, nach dem Tod des Studenten, stoppte das chinesische Unternehmen seine Nordkoreareisen für US-amerikanische Touristen.

Der Ruf nach Konsequenzen wird lauter

Das Schicksal von Otto Warmbier schlug weltweit hohe Wellen. In einer ersten Stellungnahme sprach US-Präsident Trump den Eltern des Verstorbenen sein Mitgefühl aus. In Richtung Nordkorea wählte Trump seine Worte mit Bedacht: „Ein brutales Regime ist das. Aber damit werden wir schon fertig." Trumps komplettes Statement sehen Sie im Video.

Nicht alle Politiker in den USA hielten sich bei ihrer Beurteilung des Falls so weit zurück. Bild-Online zitiert den republikanischen Senator und ehemalige Präsidentschaftskandidaten John McCain mit den Worten: „Sprechen wir die Tatsachen aus, wie sie sind: Otto Warmbier, ein amerikanischer Staatsbürger, wurde von Kim Jong-uns Regime ermordet." Sein Kollege Marco Rubio, republikanischer Senator für Florida, ging auf Twitter noch einen Schritt weiter und fordert: „Nordkorea muss für diese Brutalität zur Verantwortung gezogen werden."

Auch in den US-Medien werden die Konsequenzen aus dem Fall diskutiert. Wie CNN berichtet, erhöht der Tod Warmbiers den Druck auf Präsident Trump, gegenüber der Nuklearmacht Nordkorea eine schärfere Gangart einzulegen. Die ohnehin angespannten Beziehungen zu China könnten ebenfalls zusätzlich belastet werden. Chinesische Firmen sollen das Regime in Pjöngjang beim Aufbau seiner Nuklear- und Raketentechnologie unterstützen.
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