Die Höllen-Demo eskaliert: Hamburg in der Nacht zum G20-Gipfel

Am Donnerstagabend hat die Polizei die Autonomen-Demo "Welcome to Hell" gestoppt, mit fatalen Folgen. Inzwischen hat die Polizei bundesweit um Unterstützung gebeten, um der Eskalation der Gewalt Herr zu werden.



Autos wurden angezündet, Schaufenster eingeworfen, Bankautomaten demoliert, Pflastersteine rausgerissen und Barrikaden angezündet. In der Hansestadt herrschte in der Nacht vor dem G20-Gipfel Ausnahmezustand. Nur 100 Meter weit kamen die rund 12.000 Demonstranten, bevor Wasserwerfer, Räumpanzer und ein Großaufgebot der Polizei den Weg vom Hamburger Fischmarkt in Richtung Reeperbahn versperrten.

Dann eskalierte die Lage. Stundenlang liefern sich Linksautonome und Polizisten eine Schlacht in mehreren Vierteln. Es fehlte zunehmend der Überblick. "Wir sind entsetzt über die offensichtliche Gewaltbereitschaft", twitterte die Polizei. Einen derartigen „Ausbruch an Gewalt" habe Hamburg noch nie erlebt. Bundesweit wurde um Hilfe zur Verstärkung gebeten. Die Veranstalter der Demo machen hingegen die Polizei für ihre gezielten Provokationen verantwortlich.

Die Bilanz der Nacht: 130 verletzte Polizisten, 29 festgenommene linksgerichtete Demonstranten und 15 in Gewahrsam genommene, mehr als 60 Einsätze der Feuerwehr. In Hamburg-Horn seien die Fensterscheiben der Polizeiwache eingeworfen worden, ebenso die Scheiben des Konsulats der Mongolei. Polizeihubschrauber kreisen noch am Himmel, Rauchschwaden liegen über der Stadt.

Angela Merkel empfängt ihre Politikerkollegen heute in den Messehallen, doch die Krawalle gehen weiter. Aus Berlin sind schon drei Hundertschaften unterwegs. Zudem gab es Hinweise darüber, dass Links-Extremisten parallel die Hauptstadt angreifen wollen. Der größte Demozug mit bis zu 100.000 Teilnehmern wird für Samstag erwartet. Die Polizei schätzt, dass 8.000 gewaltbereite Autonome in der Stadt sind.

Mit einem Tweet warnte die Polizei am heutigen Morgen erneut die Bevölkerung und ruft zur Vorsicht auf. Inzwischen begann der G20-Gipfel bereits mit einem Eklat: Trump und Putin schwänzten eine Sitzung zum Thema Klimaschutz. Damit setzten die Staatschefs ein klares Signal, wo ihre Interessen liegen sicher nicht bei Umwelt und Diplomatie.
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