Trump verbietet Transgender in der Army

Nicht alle Menschen identifizieren sich mit dem Geschlecht, das man ihnen bei ihrer Geburt zuschreibt. Nur langsam wächst die Akzeptanz dafür – jetzt sorgt Donald Trump für einen Rückschlag in Sachen Toleranz.



Barack Obama machte es möglich: Unter seiner Regierung öffnete Verteidigungsminister Ashton Carter vor einem Jahr auch für Transgender den Weg in die US-Streitkräfte. So sollten sie zum einen ganz normal ihren Militärdienst leisten können und zum anderen auch als Mitglied der Armee ihr Geschlecht angleichen dürfen.

Zu viel "Ablenkung" und Kosten
Jetzt macht der neue US-Präsident diesen Schritt hin zu mehr Toleranz und Offenheit wieder rückgängig. Auf Twitter erklärt er, dass Transgender in Zukunft nicht mehr bei den Streitkräften dienen dürfen. Zwei Gründe, die er dafür nennt: Erstens seien die medizinischen Kosten einer Geschlechtsangleichung zu hoch – das könne die Armee nicht finanzieren. Zweitens soll sein Verbot die "Ablenkung" der übrigen Armeemitglieder durch Transgender verhindern. Man fragt sich, was dem Präsidenten wohl dabei durch den Kopf geht.

Wer ist jetzt betroffen?
Noch offen ist, wie viele Menschen in den USA und in den Streitkräften dieser Rückschritt betrifft. Auch nicht geklärt ist die Frage, was mit denjenigen passiert, die als Transgender schon dem Militär dienen. Ob sie die US Army verlassen müssen, wird sich noch zeigen. Kritik an Donald Trumps Entscheidung gibt es schon jetzt reichlich: Von demokratischer Seite war das zu erwarten, doch auch Republikaner zeigen sich entsetzt. Es sei "eine Ehre und ein Privileg", den Streitkräften dienen zu dürfen – und das dürfe nicht aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität untersagt werden, verkündet eine republikanische Abgeordnete.

Reaktionen prominenter Transgender
Ebenfalls zu Wort melden sich prominente Transgender – und Ex-Mitglieder der Armee. Bekanntestes Beispiel ist Chelsea Manning, die als Bradley Manning in der Army gedient und als Whistleblowerin in die Schlagzeilen geriet, um schließlich von Barack Obama begnadigt zu werden. Was Manning und die erste britische Transgender-Pilotin Trump zu sagen haben: im Video.
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