Konflikt zwischen USA und Nordkorea spitzt sich weiter zu

Das Regime von Diktator Kim Jong-Un arbeitet nach eigener Aussage an einem Plan, die USA mit Raketen anzugreifen. Die Trump-Regierung setzt auf Abwiegeln und neue Drohungen.

„Ich denke, alle Amerikaner können ruhig schlafen", sagte US Außenminister Rex Tillerson gestern bei einem Besuch auf Guam. Die Insel im Westpazifik gehört seit 1899 zum externen Territorium der USA. Auf dem etwa 2.300 Kilometer südlich von Japan gelegenen Eiland leben 160.000 Menschen. Ob sie sich wirklich „keine Sorgen machen müssen über die Wortgefechte der letzten Tage", wie Tillerson verspricht, ist jedoch nicht ausgemacht.

Denn nachdem US-Präsident Trump die anhaltenden Provokationen von Diktator Kim Jong-Un seinerseits mit heftigen Drohungen beantwortete, ist die Lage rhetorisch weiter eskaliert. „Feuer, Wut und Macht, wie es die Welt noch nie gesehen hat", hatte Trump auf einer Pressekonferenz am Dienstag Pjöngjang angedroht. Nach Informationen der New York Times, ohne sich zuvor mit seinen Leuten abgesprochen zu haben. Was von Tillerson nun als „starkes Statement in Richtung Nordkorea" verkauft wird, rief bei Politikern und Experten weltweit starke Besorgnis hervor.

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Guam

Dass der US-Präsident mit seiner martialischen Äußerung eine Eskalationsspirale bedient hat, die dem diktatorischen Regime entgegenkommt, zeigt die erste Reaktion Nordkoreas. Wie die staatlich gelenkte Nachrichtenagentur KCNA in einer Stellungnahme der nordkoreanischen Armee verlautbarte, wollen die Streitkräfte von Kim Jong-Un den USA mit „Stärke" entgegentreten. Was sie darunter verstehen, gaben die Militärs ebenfalls zu verstehen.

Demnach arbeite Nordkorea derzeit detaillierte Pläne aus, wie sie das Gebiet um die US-amerikanische Exklave Guam angreifen können. Der nordkoreanische General Kim Rak-gyom teilte über KCNA mit, dass der Plan vorsehe, vier Mittelstreckenraketen von Nordkorea über Japan hinweg abzuschießen. Sie sollen in einer Entfernung von etwa 30 bis 40 Kilometern neben der Pazifikinsel Guam einschlagen. Die Ausarbeitung der Pläne soll bis Mitte August abgeschlossen sein.

Verteidigungsminister droht Regime mit Vernichtung

Wie die Trump-Regierung mit dieser neuen Provokation umgeht, ist nicht eindeutig zu sagen. Während Außenminister Tillerson versuchte, mit seinem Besuch auf Guam die Schärfe aus dem Konflikt zu nehmen, legte Verteidigungsminister James Mattis noch einmal nach: Nordkorea solle damit aufhören, Pläne zu schmieden, die „zum Ende seines Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen werden". Allerdings schob Mattis mäßigend nach, dass die USA weiterhin auf eine diplomatische Lösung der Krise setzen.

Am Mittwoch schaltete sich auch US-Präsident Trump erneut in die Auseinandersetzung ein. Natürlich per Twitter: „Mein erster Befehl als Präsident war die Erneuerung und Modernisierung unseres Atomwaffenarsenals. Es ist jetzt stärker und verheerender als jemals zuvor." Eine Aussage, deren Wahrheitsgehalt postwendend von einem Verteidigungsexperten beim TV-Sender Bloomberg angezweifelt wurde. Demnach habe sich das Atomwaffenarsenal der USA mit Trumps Regierungsübernahme um keinen Deut verändert.
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