Anschlag in New York: Attentäter verhöhnt die Opfer

Mit einer absurden Forderung versucht der usbekische Attentäter nach seiner Todesfahrt weiter zu provozieren. Derweil korrigierten die US-Behörden eine Meldung über ein deutsches Opfer.

Acht Tote und zwölf Verletzte: Sayfullo Saipov hinterließ an Halloween eine genauso sinnlose wie tödliche Blutspur in New York City. Nach Recherchen der US-Ermittler radikalisierte sich der aus Usbekistan stammende Attentäter erst nach seiner Einreise in die USA über das Internet. Wie die Bundesstaatsanwälte mitteilten, konsumierte der 29-Jährige in den letzten Jahren intensiv Propagandavideos der Terrororganisation „Islamischer Staat".

Unterdessen sorgten Berichte über ein deutsches Opfer unter den acht Toten für Verwirrung. Die Information hatte der New Yorker Feuerwehrchef Daniel Nigro auf einer Pressekonferenz in die Welt gesetzt. Später stellten die US-Behörden jedoch richtig, dass es sich bei der getöteten Frau um eine Belgierin handelt, während eine Deutsche unter den zwölf Verletzten ist.

Attentäter droht Todesstrafe - oder Guantanamo

Nach letzten Erkenntnissen fasste Saipov den Plan für das Attentat bereits vor etwa einem Jahr. Eine Woche vor dem Anschlag hatte er sich bereits einen Pick-up-Truck für einen „Testlauf" gemietet, bei dem die Fahrt von Kurvenstrecken übte. Dass er seine Tat an Halloween ausführen würde, begründete er gegenüber den Ermittlern mit den vielen Menschen, die an dem großen US-Festtag die Straßen New Yorks bevölkern würden.

Den Anschlag bereute der angeschossene Attentäter bei einer Anhörung vor Gericht nicht, sondern forderte, in seinem Krankenzimmer eine IS-Flagge aufhängen zu dürfen. Derzeit bereitet ein Zivilgericht in New York die Anklage gegen Saipov vor. Ihm droht lebenslange Haft oder - sollte er nach dem Bundesrecht verurteilt werden - sogar die Todesstrafe. Donald Trump hat seine Auslieferung nach Guantanamo gefordert, wofür er offiziell zum "feindlichen Kämpfer" erklärt werden müsste.
Weiterlesen

Mehr aus dem netz