Regionalwahl: Versöhnt eine Kandidatin Katalonien ?

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Der Konflikt geht in die nächste Runde: An diesem Donnerstag finden in Katalonien die Regionalwahlen statt. So stehen die Kandidaten zur Unabhängigkeit.


Auf das Referendum folgte die Unabhängigkeitserklärung und darauf prompt die Absetzung der Regionalregierung: Seit Oktober ist Katalonien nicht zur Ruhe gekommen. Jetzt stehen frühzeitige Neuwahlen an, die den Katalanen ein neues Parlament und geordnete Verhältnisse bescheren sollen. Doch die Fronten sind noch die gleichen.

Unabhängigkeit oder Versöhnung?
Die politische Landschaft vor der Abstimmung ist kleinteilig: Auf große Wahlbündnisse wie bei der letzten Parlamentswahl vor zwei Jahren konnten sich die Parteien nicht einigen. Doch nach wie vor spaltet alle, die ins Parlament wollen, vor allem eine Frage: Gegen die Unabhängigkeit – oder dafür? Gleich mehrere kleine Parteien und Bündnisse machen sich nach wie vor stark für ein von Spanien unabhängiges Katalonien. Dazu gehört das Bündnis "Junts per Catalunya", dessen Wahlkampf der ehemalige katalanische Regierungschef Carles Puigdemont von Brüssel aus unterstützt. Auch die katalanische Linke ERC, die zum separatistischen Wahlbündnis der letzten Wahl gehörte, will weiter die Unabhängigkeit, jedoch kritisiert ihr Chef Oriol Junqueras mittlerweile den ehemaligen Verbündeten Puigdemont.

Demgegenüber steht als starker Gegner die liberale Partei Ciudadanos mit Spitzenkandidatin Inés Arrimadas: Die 36-jährige Juristin war seit den letzten Regionalwahlen 2015 Oppositionsführerin. Jetzt kämpft sie für ein mit Spanien versöhntes Katalonien und zielt auf einen Posten als neue Regierungschefin für alle. Eine Superheldin, die die Versöhnung schafft? Arrimadas' Partei ist allerdings nicht die einzige, die sich gegen die Unabhängigkeit stellt: Auch die Sozialisten sprechen sich für den Verbleib Kataloniens bei Spanien aus.

Schwer abzuschätzen, wer in diesem Konflikt das Rennen macht: Es könnte eng werden zwischen den Separatisten und den Unabhängigkeitsgegnern. Ob es eine Gruppierung schafft, die absolute Mehrheit zu erringen, ist bislang fraglich – ein klarer Kurs für Katalonien damit ebenso. Bis 20 Uhr haben rund 5,5 Millionen Katalanen Zeit, ihre Stimme abzugeben, bevor die Wahllokale schließen. Wer mit welchen Plänen um Wähler wirbt: im Video.