Trump droht Kim Jong Un: „Mein Atomwaffenknopf ist größer“

Der US-Präsident reagiert mit einem Tweet auf die Neujahrsansprache des nordkoreanischen Diktators. Die Reaktion kommt zu einem denkbar unpassenden Zeitpunkt.

Was war passiert? Wie unter anderem der US-Sender Fox News berichtete, soll Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in einer Ansprache an sein Volk von einem „Atomwaffenknopf" gesprochen haben. Nachdem der US-Präsident davon Kenntnis erlangt hatte, griff er zu seinem Telefon, um darauf in seinem Lieblingsmedium zu antworten. Dabei drohte der Präsident dem Regime erneut im Namen der USA mit einem Nuklearkrieg, falls es zu einem militärischen Konflikt kommen sollte.

Trump twitterte am 3. Januar: „Nordkoreas Führer hat gerade gesagt, dass ‚der Atomwaffenknopf immer auf seinem Schreibtisch ist'. Würde jemand aus seinem verarmten und ausgehungerten Regime ihn bitte darüber informieren, dass ich auch einen Atomwaffenknopf habe. Aber er ist viel größer und mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!"

Wie Trumps Tweet die Situation hintertreibt

Trumps verspätete Antwort auf die kolportierte Aussage des Diktators kommt zu einem denkbar unpassenden Zeitpunkt: Deutet sich mit Beginn des neuen Jahres doch eine Entspannung im Verhältnis der verfeindeten koreanischen Bruderstaaten an. Dazu hatte Kim Jong Un in seiner Neujahrsansprache bereits guten Willen demonstriert: „Wir sollten die militärische Spannung auf der koreanischen Halbinsel reduzieren, um ein friedliches Umfeld zu schaffen", sagte der Diktator in Pjöngjang. Außerdem vermeldete er Interesse an einer Teilnahme nordkoreanischer Sportler an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang.

Südkoreas Präsident Moon versucht schon seit längerem, den schwierigen Nachbarn im Norden über Olympia an den Verhandlungstisch zu bekommen. Sein Ziel: Mit Gesprächen soll das Regime langfristig dazu bewegt werden, die nukleare Aufrüstung zurückzufahren. In einer Stellungnahme lobte Moon deshalb am Dienstag das nordkoreanische Regime. Er hoffe, dass „die Olympischen Winterspiele ein Wendepunkt für die Verbesserung der Süd-Nord-Beziehungen und in der Förderung des Friedens sein werden".

Die Regierung Trump glaubt nicht an die Wirkung der Diplomatie

Die Regierung Trump steht diesem Bemühen ihres guten Verbündeten Südkorea skeptisch gegenüber. „Der Raketenmann will nun erstmals mit Südkorea sprechen. Vielleicht sind das gute Nachrichten, vielleicht auch nicht - wir werden sehen!", kommentierte Trump die Pläne von Präsident Moon am Dienstag. Und Sarah Huckabee Sanders, die Sprecherin der Weißen Hauses, stellte klar: „Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin maximalen Druck auf Nordkorea ausüben. Unsere Strategie und unser Vorgehen haben sich nicht geändert."

Ungeachtet des Sperrfeuers aus Washington wollen Nord- und Südkorea erstmals seit Jahren wieder den Weg der Diplomatie beschreiten. Dazu hatte Kim Jong Un Seoul Gespräche in Aussicht gestellt. Die Regierung in Seoul will die Offerte annehmen und hat bereits den 9. Januar als Termin für ein erstes Treffen hochrangiger Abgesandter beider Staaten angeboten.
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