Klima: 2017 teuerstes Katastrophenjahr der US-Geschichte

Hurrikans, Waldbrände, Überschwemmungen: Noch nie zahlten die USA so viel für die Folgen von Naturkatastrophen. Für Experten eindeutig ein Zeichen der Klimaveränderung.

306 Milliarden US-Dollar. So groß ist die Summe der Schäden, die durch extreme Wetterlagen im letzten Jahr allein in den USA angefallen sind. Das berichtet die Nationale Behörde für Ozeane und Atmosphäre (NOAA) in ihrem Report des Jahres 2017. Zum Vergleich: Das zweitteuerste Jahr war 2005, mit Gesamtschäden in Höhe von 215 Milliarden US-Dollar. Die US-Behörde erhebt die Zahlen seit dem Jahr 1980.

Temperaturen steigen weiter dramatisch an

Der Großteil der Zerstörungen geht auf die drei großen Hurrikans Harvey, Irma und Maria zurück, die 2017 in der Karibik und an der US-Ostküste Schäden in Höhe von insgesamt 265 Milliarden US-Dollar anrichteten. Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien schlugen mit 18 Milliarden US-Dollar zu Buche. Und was weit schlimmer war: 2017 starben in den USA nach Angaben der Behörde 362 Menschen in Folge einer Naturkatastrophe.

Für die Wetterexperten der US-Behörde stehen die steigenden Schäden in einem kausalen Zusammenhang mit der Veränderung des Klimas. So war 2017 mit einer Durchschnittstemperatur von 12,6 Grad Celsius das drittheißeste Jahr seit Beginn der Messungen 1895. Die Jahrestemperatur lag damit 2,6 Grad über dem Schnitt des 20. Jahrhunderts. Eine höhere Durchschnittstemperatur wurde nur 2012 und 2016 gemessen.

„Ein Vorgeschmack auf die Zukunft"

Der demokratische Senator Dick Durbin aus Illinois twitterte nach Bekanntwerden des Berichts: „Es ist nicht zu leugnen, dass der Klimawandel die USA in den nächsten zehn Jahren mehrere Billionen Dollar kosten wird. Wir sollten aus finanziellen Gründen und aufgrund der nationalen Sicherheit handeln." Im Gegensatz dazu hat US-Präsident Trump gerade erst den Energiekonzernen versprochen, Umweltstandards bei der Produktion von Öl, Gas und Kohle drastisch zu senken.

Die Münchener Rück, einer der weltweit größten Rückversicherer für die Versicherungsbranche, kam vor kurzem zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie die US-Behörde. Der in München angesiedelte Konzern betreibt eine weltweite Naturkatastrophen-Datenbank und analysiert Risiken durch geologische Veränderungen. Nach Ansicht ihres Vorstands Torsten Jeworrek gebe die zu beobachtende Häufung von Wetterkatastrophen „einen Vorgeschmack auf die Zukunft".
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