Dänemark trauert: Prinz Henrik ist tot

Der Mann von Königin Margrethe ist am späten Dienstagabend im Beisein seiner Familie auf Schloss Fredensborg verstorben. Er wurde 83 Jahre alt.

Seine letzten Stunden verbrachte der Monarch mit seiner Frau und den beiden Söhnen Kronprinz Frederik und Prinz Joachim. Das teilte das dänische Königshaus in einer offiziellen Verkündung mit. Der Abschied des angeheirateten Monarchen hatte sich schon in den letzten Tagen angekündigt.

Prinz Henrik war am 28. Januar mit einer akuten Lungenentzündung ins Rigshospitalet in Kopenhagen eingeliefert worden. Dort diagnostizierten die Ärzte zusätzlich auch noch einen Tumor in der Lunge. Am Dienstag wurde er auf eigenen Wunsch aus dem Krankenhaus zu dem Familiensitz knapp 40 Kilometer vor den Toren Kopenhagens verlegt. Um dort „seine letzten Stunden zu verbringen", wie er gesagt haben soll.

Die Familie war bereits letzten Sonntag am Krankenbett des 83-Jährigen zusammengekommen. Nachdem sich der Tumor als gutartig herausgestellt hat, keimte zunächst noch etwas Hoffnung auf. Anfang der Woche verschlechterte sich sein Gesundheitszustand jedoch dramatisch. Das Befinden des Prinzen war in Dänemark schon länger ein Thema. Im September letzten Jahres war bekannt geworden, dass Prinz Henrik unter Demenz leide. Anschließend war er in der Öffentlichkeit kaum noch zu sehen.

Für die Königin wurde Henri zu Henrik

Der 1934 als Henri Marie Jean André geborene Graf entstammt dem französischen Adelsgeschlecht de Laborde de Monpezat. Nach ausgiebigen Studienjahren – Jura, französische Literatur, Chinesisch und Vietnamesisch – sowie der abgeleisteten Wehrpflicht wurde er Anfang der 1960er Jahre Sekretär der französischen Botschaft in London. In der Stadt lernte er seine spätere Gattin kennen. 1967 heiratete das Paar. Dafür trat er zum protestantischen Glauben über und nahm den dänischen Vornamen Henrik an.

Der Mann von Königin Margrethe hatte vergangenen Sommer mit einem offiziellen Statement für Aufsehen gesorgt. Darin ließ er mitteilen, nach seinem Tod nicht im Familiengrab im Dom zu Roskilde beerdigt werden zu wollen. Der Grund: Der angeheiratete Monarch hat sein Leben lang damit gehadert, dass er nicht in den Stand des Königs versetzt wurde. Für ihn war das ein Zeichen der heimlichen Ablehnung des gebürtigen Franzosen in seiner Wahlheimat Dänemark. Wie das Königshaus mitteilte, soll diesem Wunsch jetzt entsprochen werden.
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