Nach Schulmassaker: Trump will Lehrer mit Waffen ausrüsten

Der US-Präsident unterbreitet den Plan bei einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen von Opfern des High-School-Massakers von Florida im Weißen Haus.

"Wie viele Schüler müssen noch erschossen werden?" - Mit diesen Worten bringt Andrew Pollack, der seine Tochter verlor, die Stimmung vieler US-Amerikaner auf den Punkt. Die Erschießung von 17 Schülern und Lehrern durch einen 19-jährigen Ex-Schüler in Parkland, Florida setzt den Präsidenten und die Waffenlobby in den USA immer stärker unter Druck.

Zahlreiche Demonstrationen, Aufrufe und Medienberichte nötigten Donald Trump dazu, aktiv zu werden. Zu seiner Strategie gehört auch, das Gespräch mit Betroffenen zu suchen. Der Termin im Weißen Haus wurde groß orchestriert: Das Fernsehen berichtet live und wie US-Medien berichten, standen fast nur ausgewiesene Trump-Anhänger auf der Gästeliste. Pollack war das einzige Elternteil eines getöteten Schülers.

So stellt sich Trump die Lösung vor

Trump nutzte die Gelegenheit, um sich als handlungsfähig zu präsentieren. Seine Lösung: Strengere Kontrollen des Alters und des psychischen Gesundheitszustands von Waffenkäufern. Und: Die Ausstattung von Lehrern und anderem Schulpersonal mit Waffen.

Über einen getöteten Lehrer, der sich während des Massakers vor seine Schüler gestellt haben soll, sagte Trump: "Er war sehr mutig und hat viele Leben gerettet. Aber wenn er eine Waffe gehabt hätte, hätte er nicht rennen müssen, er hätte geschossen und dem Ganzen ein Ende bereitet."

Spickzettel mit Verhaltenstipps

Trump zeigte sich bei dem Treffen, das schreiben auch viele US-Medien, die dem Präsidenten kritisch gegenüberstehen, als guter Zuhörer. Allerdings sorgte in den USA ein Pressefoto, das dabei aufgenommen wurde, für reichlich Gesprächsstoff. Darauf ist eine Karte mit handschriftlichen Notizen zu sehen, die der Präsident während des Termins in der Hand hält.

Dabei handelt es sich um fünf Verhaltensregeln für den Umgang mit trauernden Überlebenden, die Trump für das Treffen an die Hand gegeben wurden. Sie lauten unter anderem: "Welche deiner Erfahrungen möchtest du am dringlichsten mitteilen? Was können wir machen, damit du dich sicher fühltst? Ich höre dir zu."
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