Merkel stellt Minister vor: "Erfahrung und neue Gesichter"

Beim Bundesparteitag in Berlin hat die Kanzlerin ihr künftiges Kabinett präsentiert. Es hält einige Überraschungen bereit. Delegierte nehmen Koalitionsvertrag an.

Viel wurde spekuliert in den letzten Tagen. Nun ist es offiziell: Die CDU hat die Riege ihrer Minister-Kandidaten vorgestellt, mit denen sie in eine neue Koalition mit CSU und SPD gehen will. Dabei zeigt sich Angela Merkel einmal mehr als clevere Technikerin der Macht: Neben alten Vertrauten bindet sie auch Kritiker in das Kabinett ein und kommt dem Ruf nach einer Verjüngung der Partei nach.

Im Koalitionsvertrag hat sich die CDU fünf Ministerien gesichert plus die Besetzung von drei Staatsministern, die dem Kanzleramt unterstellt sind. Die Kandidaten sind:

- Der ehemalige Kanzleramtschef und enge Merkel-Vertraute Peter Altmaier soll Wirtschaftsminister werden.

- Ursula von der Leyen soll weiterhin an der Spitze des Verteidigungsministeriums stehen.

- Mit dem 37-jährigen "CDU-Rebellen" Jens Spahn bindet Merkel einen ihrer prominentesten Kritiker vom konservativen Flügel der Partei in das Kabinett ein: Er soll Gesundheitsminister werden.

- Ein weiteres Mitglied der Generation U-50 ist die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner. Die 45-Jährige ist als künftige Landwirtschaftsministerin vorgesehen.

- Als größte Überraschung gilt die Besetzung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit der nordrhein-westfälischen CDU-Politikerin Anja Karliczek. Die 46-Jährige war zuvor Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

- Die Position der Kulturstaatsministerin soll weiterhin mit Monika Grütters besetzt werden.

- Annette Widmann-Mauz wird Staatsministerin für Integration im Kanzleramt. Sie war zuvor Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit.

- Auch der Gießener CDU-Politiker Helge Braun steht für eine Verjüngung der Regierungsmannschaft. Der 45-Jährige soll den wichtigen Posten des Kanzleramtschefs bekleiden.

Im Video sehen Sie eine Einschätzung des langjährigen Politik-Journalisten Nico Fried von der Süddeutschen Zeitung zu den politischen Weichenstellungen, die Angela Merkel damit vorgenommen hat.

Update: Nachdem auf dem CDU-Parteitag am Montag fast 97 Prozent für den Koalitionsvertrag gestimmt haben, liegt nun der Ball in der Hälfte der SPD. Das Ergebnis des Mitgliedervotums der Sozialdemokraten soll am 4. März bekanntgegeben werden. Fraktionschefin Andrea Nahles ließ dazu mitteilen, sie gehe von einer größeren Zustimmung der SPD-Basis zum Koalitionsvertrag aus als von vielen Kritikern erwartet.
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