US-Strafzölle: Verhandlungen sollen Handelskrieg verhindern

Präsident Trump hat es getan: Er hat Zölle auf Stahl und Aluminium verhängt. Das ist nicht neu in der amerikanischen Geschichte. In 15 Tagen bereits soll der Beschluss in Kraft treten. Welche Länder verschont bleiben, welche jetzt verhandeln wollen.



Kanada und Mexiko sind nicht betroffen von Trumps Strafzöllen. Ganz nach dem Prinzip der Erpressung soll es für weitere Länder Erleichterungen geben, je nachdem, ob sie zu Zugeständnissen bereit sind. Eine Möglichkeit wäre es, einen Beitrag zur Sicherheit der USA zu leisten. Japan und Australien etwa hoffen auf Sonderregelungen und wägen sich bereits auf der sicheren Seite. Und der Präsident will Schutzzölle nicht unbedingt für alle Stahl- und Aluprodukte.

Europa reagiert indessen verhalten auf Trumps massive Versuche, der Welt seine Handelslogik aufzuzwingen. Berlin und Brüssel sind drauf und dran, sich kampflos zu unterwerfen und die offenkundige Missachtung der geltenden Handelsregeln zu ignorieren. In der Handelspolitik galt bislang die Stärke des Rechts. Trump macht daraus das Recht des Stärkeren. Die Reaktion der Europäischen Union kann unter Umständen Monate dauern, sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Geplant ist eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO).

Die weltweiten Einfuhrzölle auf Stahl in Höhe von 25 Prozent und auf Aluminium in Höhe von 10 Prozent sind eine "erste Situation", so Angela Merkel. Sie möchte jedoch weiterhin auf Gespräche setzen. Eine Spirale der Gegenmaßnahmen sei nicht die Lösung. "Aber wir müssen unsere eigenen Interessen schützen", betont die Kanzlerin.

Was US-Strafzölle bewirken, zeigt indes die Vergangenheit. Und viele wundern sich, dass Trump das Risiko eingeht, in die Bush-Falle zu tappen. Denn sein Amtsvorgänger hat bereits Erfahrung mit Strafzöllen und welche Konsequenzen eine solche Abschottungspolitik haben kann. Im März 2002 erließ der damalige US-Präsident Aufschläge zwischen acht und 30 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte. Die Folge: Eine Klage bei der WTO, der Dollar-Kurs sackte ab und die stahlverarbeitenden Branchen, allen voran die Autoindustrie, bekamen steigende Materialpreise zu spüren.
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