Das letzte Genie: Astrophysiker Stephen Hawking ist tot

Der britische Wissenschaftler ist im Alter von 76 Jahren in seinem Haus in Cambridge verstorben. Er zählt zu den bedeutendsten Physikern der Menschheit.

Ob "Schwarzer Löcher" oder "Urknall": Der 1942 in Oxford geborene Brite hat die Erkenntnisse über das Universum geprägt wie Albert Einstein oder Issac Newton. Darüber hinaus lebte er nie in einem Elfenbeinturm, sondern vermittelte sein Wissen mit Witz und Verstand an die breite Öffentlichkeit. Sein Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" wurde 1988 zu einem Bestseller.

Zur Beliebtheit von Stephen Hawking trug darüber hinaus bei, dass er sein eigenes Schicksal nach außen mit Leichtigkeit und Lebensfreude trug. 1963 diagnostizierten die Ärzte bei dem erst 21-jährigen Studenten Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Die unheilbare Krankheit führt zu irreversiblen Schädigung des Nervensystems. Seit 1968 war er auf einen Rollstuhl angewiesen. 1985 verlor er als Nebenwirkung der Krankheit auch seine Sprachfähigkeit.

Zwei Ehefrauen und drei Kinder

Das Bild des an den Rollstuhl gefesselten, gehandikapten Genies, das nur über einem geschickt konstruierten Sprachcomputer kommunizieren kann, prägte fortan sein öffentliches Image. Dabei sah sich Hawking nie als Opfer seiner Krankheit: "Ich war zweimal verheiratet und habe drei wundervolle, großartige Kinder", resümierte er in seiner Autobiografie im Jahr 2013.

Hawkings erste Ehe mit seiner Jugendliebe Jane wurde 1990 geschieden. Die beiden waren 30 Jahre lang ein Paar. Aus dieser Beziehung stammen auch seine drei Kinder Lucy, Robert und Timothy. 1995 heiratete er seine Pflegerin Elaine Mason. 2006 wurde auch diese Ehe geschieden. Darauf intensivierte er wieder den Kontakt zu seiner ersten Frau Jane. "Frauen sind mir nach wie vor ein Rätsel", gestand der Wissenschaftler vor wenigen Jahren einem Interviewer.

Eine große Anerkennung ist ihm verwehrt geblieben

Beruflich hat Hawking so ziemlich alles erreicht. Er lehrte seit 1979 in Cambridge als Inhaber des berühmten Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik, den vor ihm Geistesgrößen wie Isaac Newton und Paul Dirac innehatten. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Wissenschaftspreisen geehrt. Nur der Nobelpreis für Physik wurde dem Physikgenie nicht verliehen - angeblich deshalb, weil sich seine Theorien experimentell nicht beweisen lassen.
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