Flugausfälle über Ostern: Ryanair und Air France streiken

Die Ryanair-Cabin Crew in Portugal droht mit Streik an Ostern. Die Fluggesellschaft reagiert wie immer: mit Unverständnis. Mindestens 20 Flüge waren bereits am Donnerstag ausgefallen. Weitere Streiks mit folgenden Terminen sind angekündigt.


Die Streiks der Kabinenmitglieder von Ryanair in Portugal sind laut der Gewerkschaft SNPVAC für den ersten und vierten April angesetzt. Mehr als 90 % der Mitarbeiter wollen sich daran beteiligen."Die Gespräche mit dem Unternehmen haben nicht gefruchtet", heißt es in einem Statement. Die Crew-Mitglieder beklagen sich über "unterirdischer Arbeitsbedingungen", etwa Disziplinarverfahren und Verkaufs-Zielwerte sowie "fehlender Respekt gegenüber der Kabinenbesatzung".

Der irische Billigflieger Ryanair mit Sitz in Dublin will Streikende durch Mitarbeiter aus anderen Basen ersetzen. Er verteidigt nach wie vor sein Geschäftsmodell. Die Arbeitsbedingungen seien im Billigflugsegment mit am besten. Ryanair-Chef Michael O'Leary will seine Low-cost-Strategie um jeden Preis beibehalten. Doch Ryanair liegt auch mit seinen Piloten im Clinch. Erste Piloten fordern offen den Rücktritt von O'Leary. Er gefährde durch sein kompromissloses Verhalten den Flugbetrieb.

Auch bei Air France hat ein Streik der Besatzungen und des Bodenpersonals für höhere Löhne an diesem Freitag zu Flugausfällen geführt. Jeder vierte Flug wurde gestrichen. Neben den Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly war vor allem Nizza betroffen. Am drittgrössten Flughafen Frankreichs fiel nach Angaben der Airline jeder zweite Flug von Air France und der Regionaltochter Hop aus.

Die Gewerkschaften bei Air France hatten am Karfreitag bereits zum dritten Mal innerhalb nur weniger Wochen zum Ausstand aufgerufen. Es beteiligten sich auch Piloten an dem Streik. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt für die Air-France-Beschäftigten. Das Management hatte ein Prozent angeboten. Weitere Streiks sollen schon Anfang April folgen.

Am kommenden Dienstag soll in Frankreich zudem eine große Streikwelle bei der Eisenbahn beginnen - dort wehren die Gewerkschaften sich gegen eine umstrittene Reform des staatlichen Bahnunternehmens SNCF. Der Streikplan geht bis in den Juni hinein.
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