Kim Jong-un will Atomtestgelände schon im Mai schließen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un soll angeblich bereits im Mai sein Atomtestgelände schließen lassen – was steckt hinter dieser Ankündigung?


Nach dem historischen Gipfeltreffen zwischen den Landeschefs am vergangenen Freitag schaut die Welt gespannt auf Nord- und Südkorea: Wie wird der Friedenskurs aussehen, den beide Länder einschlagen wollen? Ein Sprecher des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in gab nun neue Details aus den Gesprächen im Grenzort Panmunjeom bekannt.

Demnach hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Dialog mit Moon Jae-in angekündigt, das Atomtestgelände seines Landes noch im Mai, also in wenigen Wochen, schließen und abbauen lassen zu wollen. Diesen Schritt hat er nach Angaben des Sprechers "zugesichert". Um den Vorgang öffentlich und transparent für den Rest der Welt zu machen und die internationale Gemeinschaft zu machen, will Kim Jong-un Experten aus Südkorea und den USA sowie Journalisten die Chance zu geben, den Abbau des Testgeländes selbst zu überprüfen.

Das Ziel des Friedensprozesses ist, Atomwaffen auf der gesamten derzeit geteilten koreanischen Halbinsel abzurüsten. Zur Sicherung ist auch ein formeller Friedensschluss geplant. Der Koreakrieg, der 1950 durch Nordkorea begonnen wurde und etwa drei Millionen Zivilisten das Leben kostete, wurde 1953 mit einem Waffenstillstand und der Einrichtung der entmilitarisierten Zone beendet. Doch von Annäherung oder Entspannung war jahrzehntelang nichts zu spüren. Kim Jong-un sorgte in den ersten Jahren seiner seit 2011 bestehenden Herrschaft mit Atomwaffentests und Drohungen gegen Südkorea und die USA zunächst für eine neue Verschärfung der Konflikte. Doch nun kommt es anscheinend tatsächlich zu vorsichtigen Schritten der Annäherung und der Abbau des Atomtestgeländes wäre eine weitere Maßnahme auf diesem Weg. Nordkorea muss sich allerdings die Spekulationen gefallen lassen, dass das Testgelände durch Einstürze ohnehin schon nicht mehr nutzbar ist.

Als nächstes steht für Kim-Jong ein Treffen mit Donald Trump auf dem Plan – auch dies ein historischer Gipfel, dessen Ergebnisse die internationale Gemeinschaft mit Spannung erwartet. Mehr über die Pläne Nordkoreas: im Video.
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