Indonesien: Wieder Anschlag durch islamistische Familie

Die indonesische Großstadt Surabaya kommt nicht zur Ruhe. Am Montagmorgen gab es in der zweitgrößten Stadt Indonesiens erneut einen Bombenanschlag. Diesmal auf die Polizeizentrale.

Bombenexplosionen in mehreren Kirchen

Erst am Sonntag wurde die 2,6 Millionen Einwohner zählende Stadt Surabaya auf Java durch Bombenanschläge erschüttert. Bei den Selbstmordattentaten auf drei christliche Kirchen starben nach bisherigen Angaben 13 Menschen, mehr als 40 Personen wurden verletzt. Kurz vor Beginn der Gottesdienste explodierten die Bomben fast zeitgleich. Die indonesischen Behörden gehen von einem islamistischen Anschlag aus, der gezielt Christen zum Ziel hatte. Bei den Attentätern handelte es sich um ein Elternpaar mit vier teils minderjährigen Kindern.

Das Bombenattentat ist eines der tödlichsten der letzten zehn Jahre. Der Vater, Dita Oepriarto, war Kopf eines Netzwerkes, das durch den IS inspiriert ist. Er zündete eine Bombe auf eigene Faust. Die beiden Söhne im Teenager-Alter und die Mutter mit den beiden minderjährigen Töchtern waren für die beiden anderen Explosionen verantwortlich.


Polizeizentrale im Visier

Nun wurde das Polizeihauptquartier in Surabaya zum Anschlagsziel. Die Attentäter: erneut eine Familie mit Kindern im Alter von zwölf, neun und acht Jahren. Überwachungskameras zeigen, wie sich die Attentäter auf zwei Motorrädern dem Polizeigebäude nähern und an der Sicherheitsabsperrung aufgehalten werden. Vier der Attentäter sterben, nur das achtjährige Mädchen überlebt den Anschlag schwer verletzt und wird ins Krankenhaus gebracht. Mindestens zehn Personen werden laut Polizeiangaben verletzt, darunter vier Polizisten und sechs Zivilisten.

Schärferes Antiterrorgesetz

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt: 88% der über 260 Millionen Einwohner sind Moslems. Nur etwa 10% der Bevölkerung sind Christen. In den letzten Jahren wurde Indonesien immer wieder mit islamistischer Gewalt konfrontiert. Es soll Verbindungen zur Terrormiliz IS geben. Die aktuellen Bombenanschläge in Surabaya geben Grund zur Sorge.

Der indonesische Präsident, Joko Widodo, verurteilt die Bombenanschläge auf die Kirchen und die Polizeizentrale als "feige, barbarisch und unwürdig" und spricht sich für ein lange erwartetes schärferes Antiterrorgesetz aus.

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