Währungskrise in der Türkei setzt Erdogan unter Druck

Die schwächelnde Lira sorgt für Unruhe am Bosporus und könnte sogar die als sicher geltende Wiederwahl von Präsident Erdogan gefährden.

Große Sorge um die Lira: Der Wechselkurs der türkischen Währung ist in diesem Jahr im Vergleich zum Dollar schon um mehr als 16% gefallen. Der Wertverlust der Lira sorgt im türkischen Volk für große Unruhe. Einer Umfrage zufolge haben mittlerweile sogar mehr Bürger Angst vor einem Finanzcrash, als vor Terror im eigenen Land. Keine guten Voraussetzungen für die im Juni anstehenden Präsidentschaftswahlen.

Doch welches sind die Ursachen für den Niedergang der türkischen Währung? Amerikanische Wirtschaftswissenschaftler haben darauf eine erstaunlich deutliche Antwort: Während die jüngsten Zinserhöhungen der Zentralbank und die Wachstumsraten der türkischen Volkswirtschaft ihrer Meinung nach lediglich minimale Auswirkungen auf das Nachgeben der Lira hatten, sei der alles entscheidende Faktor die autoritäre Politik von Präsident Erdogan, die zunehmend Investoren aus der Türkei vertreibe.

Und wie reagiert der Vorsitzende der Regierungspartei AKP? Er droht der unabhängigen türkischen Notenbank mit einer zunehmenden Einmischung in die Zinspolitik, sollte er im Juni wieder gewählt werden. Denn Erdogan sieht in niedrigen Zinsen das Allheilmittel gegen die galoppierende Inflation – eine Einschätzung, die nach vorherrschender Ökonomen-Meinung das Problem eher anheizen dürfte.
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